Schülerpraktikum: Von der Kita bis zum Bauamt

Elif ist stolz auf ihre Praktikumsmappe – Hannelore Böll (links) und Ulrike Brahmsiepen sind stolz auf ihre Praktikantin.

Werdohl -  Im Morgenkreis lacht Tamara viel und spricht mit den Kindern um sie herum, während die Erzieherinnen Obst verteilen. Die Kinder fühlen sich wohl, sitzen gerne auf dem Schoß der Praktikantin. Kindergärtnerin möchte die Realschülerin trotzdem nicht werden. „Es macht mir sehr viel Spaß, aber ich muss mich mit mehr als 15 Kindern gleichzeitig beschäftigen. Das ist schon sehr anstrengend“, sagt Tamara.

Die Schüler der Klasse 9a von der städtischen Realschule Werdohl absolvieren ein dreiwöchiges Pflichtpraktikum in einem Unternehmen, um dem Berufsleben und ihrer zukünftigen Jobauswahl einen Schritt näher zu kommen.

Klassenlehrerin Barbara Frebel stattet den Jugendlichen während ihrer Praktikumszeit einen Besuch ab. Gestern schaute sie sich das Arbeitsumfeld von Tamara Müller (16) in der Kita GerneGroß, Elif Akcay (15) in der Innenstadtfiliale von Ernsting’s family und Lukas Mäder (14) im Bauamt an.

Im Sommer möchte Tamara noch ein weiteres Praktikum als Tierarzthelferin absolvieren, um noch einmal etwas anderes auszuprobieren.

„Das Praktikum ist ja schließlich dazu da, um herauszufinden, was man später beruflich machen möchte“, sagt die Klassenlehrerin. Viele Schüler merken laut Frebel während der Zeit im Betrieb, wie anstrengend es ist, zu arbeiten. Auch Tamara ist noch nicht bereit für die Arbeitswelt. „Ich freue mich auf die Schule“, sagt die 16-Jährige.

Mitschülerin Elif arbeitet im Verkauf. Bei Ernsting’s family packt sie selbstständig Warenkörbe aus und hat Kontakt zu Kunden. Sie findet sich alleine gut zurecht, doch auch sie merkt, dass nach einem langen Arbeitstag die Füße brennen. „Das Praktikum ist zwar schön, aber ich freue mich auf die Schule und meine Freunde“, sagt die 15-Jährige.

Jeder Schüler muss am Ende seiner Praktikumszeit eine Mappe abgeben, in der die Tage und Aufgaben genau dokumentiert werden. Frebel ist mit der von Elif besonders zufrieden: „Ich kontrolliere bei jedem die Mappe. Wer sich so viel Mühe gibt wie Elif, bekommt eine gute Note.“

Lukas Mäder ist mit seinem eigenen Büro im Rathaus glücklich. Er geht mit Peter Erwig vom Fachbereich Bauen zu Terminen, dokumentiert die Müllverschmutzung an der Verse und erledigt organisatorische Arbeiten. „Er hat Bauanträge unter Anleitung geprüft und aktualisiert Listen für die Bauaufsicht“, erklärt Erwig das Tätigkeitsfeld des Realschülers.

Barbara Frebel ist froh, dass ihre Schützlinge so spannende Arbeiten erledigen dürfen. Sie freut sich aber auch, die Jugendlichen nach den Osterferien wieder in der Realschule zu sehen.

Von Nathalie Kirsch

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