Aus Schülern werden Stars in der Manege

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Der Tanz auf dem Drahtseil klappte besser als erwartet. ▪

WERDOHL ▪ Einmal echte Zirkusluft schnuppern – ein Traum vieler Kinder. Clowns, Artisten und Dompteuren bei der Arbeit über die Schulter schauen und selbst einmal am Trapez durch die Manege schwingen: All dies wird für Werdohler Grundschüler in dieser Woche Wirklichkeit. Die Kinder aus der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Kleinhammer/Königsburg trainieren eine Woche lang wie ihre professionellen Vorbilder. Am Freitag und Samstag gibt es eine große Vorstellung für alle Werdohler.

Bereits das Zelt, das am Riesei aufgebaut wurde, machte mächtig Eindruck. „Cool, hier riecht es schon richtig nach Zirkus. Das ist ja wirklich echt“, stellt ein kleiner Junge erstaunt fest. Und dass auch die Artisten und Künstler echt sind, demonstrierten sie kurz drauf. Denn für den Zirkusnachwuchs gaben sie eine kleine Sondershow. „Die sieht so schön aus. Ich möchte auch so glitzernde Kleider“, staunt eine Mädchen. Klar, dass die Kinder nach der Vorstellung höchst motiviert waren, selbst endlich in die Manege zu treten. Sie wurden zuvor bereits Gruppen zugeordnet. „Der Renner sind die Tauben und das Seiltanzen“, erzählt Schulleiterin Sybille Böddecker. 3000 Euro musste die Schule für das Projekt aufbringen. „Hier geht es natürlich nicht nur darum, den Kindern einen Einblick in die Zirkuswelt zu bieten, sondern wir bieten den Kindern die Gelegenheit, ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen und diese gegebenenfalls auch das ein oder andere Mal zu überwinden“, erklärt Manuela Maatz das Konzept des Familienbetriebes. So führen Erfolgserlebnisse in der Manege zu mehr Selbstbewusstsein und manches Kind entdecke ungeahnte Talente, die im Alltag nur schwer zum Vorschein kommen würden. Zudem stärke die Arbeit den Zusammenhalt innerhalb des Schulverbandes. „Hier sind Kinder aus allen Klassen zusammen. Auf dem Schulhof hätten sie kaum Berührungspunkte. Hier lernen sie sich auf einander zu verlassen“, so Maatz weiter.

Gebannt lauschen die Kinder den Anweisungen der Profis. Und dann geht es auch schon los. Doch aller Anfang ist schwer: „Das Trapez hängt aber ganz schön hoch, wie soll ich denn da drauf kommen“, fragt Tuba. „Ganz einfach“, antwortet Pascal Maatz. Denn: „Wenn ihr die Technik beherrscht ist es ganz leicht.“ Gesagt getan im Nu ging es nach oben.

Am Freitag um 17 Uhr präsentieren die Zirkusartisten der Königsburg ihr Können in der Manege. Am Samstag um 15 Uhr folgen die Schüler aus Kleinhammer. Eltern, Freunde und Interessierte sind zur Vorstellung eingeladen. Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben Euro, für Kinder fünf Euro.

Lydia Machelett

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