Schülerin als Vorbild

Die Praktikantin Büsra Cakir lässt sich von Gülcan Kiraz, Integrationsfachkraft an der Erich Kästner-Schule, das Konzept erklären. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Büsra Cakir ist aufgeweckt, hat viele deutsche Freunde, verfügt über beste Sprachkenntnisse – und über einen Migrationshintergrund. „Sie ist Vorbild für unsere Schüler“, bemerkte Gülcan Kiraz, Integrationsfachkraft an der Erich Kästner-Schule, schnell. Ihre Praktikantin sei gut angekommen in den vergangenen zwei Wochen. „Die Schüler waren begeistert von ihren Antworten.“

Dabei kam die Albert-Schweitzer-Gymnasiastin von ihrer Plettenberger Schule mit Vorurteilen zur Hauptschule, wie sie gesteht. Statt schlechtem Benehmen und Beleidigungen erlebte sie ein gutes Klima. „Ich war beeindruckt, wie warmherzig die sind“ – Schüler und Lehrer. Im Gegensatz zum weitaus größeren Gymnasium würden die Schüler die Lehrer kennen und anders herum.

Das Schüler-Betriebspraktikum, das für die 16-jährige Oberstufenschülerin am morgigen Freitag endet, hat sie ein ganzes Stück weiter gebracht. Neben dem Besuch der Unterrichtsfächer Deutsch, soziales Lernen, Physik, Mathe und Englisch gab es vor allem Einblicke in die Schulsozialarbeit mit dem Schwerpunkt Integration, dem Aufgabengebiet von Fachkraft Gülcan Kiraz. „Ein Blick hinter die Kulissen“ habe sie erhalten, freut sich Büsra Cakir. Ein Gespräch zum Thema Mobbing durfte sie miterleben. Als eine junge Schülerin sich Sorgen um ihre Versetzung machte, bot die 16-Jährige zudem mentale Unterstützung.

Dass sie ein bisschen Vorbild und Vorzeigefrau ist, stört sie dabei nicht. „Ich persönlich habe es geschafft bei Deutschen anzukommen und dass meine eigenen Leute mich akzeptieren. Da bin ich auch stolz drauf.“ ▪ Marco Fraune

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