Schüler werfen Blick in die Zukunft

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In dieser Röhre wurden die Jugendlichen auf eine Reise in ihrem Leben ins Jahr 2020 entführt. ▪

WERDOHL ▪ Die eigenen Stärken entdecken und erste Blicke in die eigene Zukunft werfen – dies sind die Ziele des Projektes „Komm auf Tour“, das in dieser Woche voraussichtlich 560 Schüler nach Werdohl in die neue Veranstaltungshalle „Cici-Saray“ führt. Bürgermeister Siegfried Griebsch begrüßte eine der ersten Schülergruppen und informierte sich über das Programm für die Jugendlichen.

„Jetzt geht es auf eine Reise in das Jahr 2020“, erklärt der Mitarbeiter des Projektes „Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“ einer Gruppe Jugendlicher. Dann schließt sich die futuristische Röhre und die Schüler bleiben unter sich.

Sie kommen aus Altena, Herscheid, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl von Gesamt-, Haupt- und Förderschulen in die noch im Umbau befindliche Cici-Saray-Veranstaltungshalle in Kettling. Eine ganze Schar von Akteuren bietet dort einen 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcour an, den die Jugendlichen in Kleingruppen durchlaufen. „Dr. Love“ spricht dort zu den jungen Leuten. Auf einer kleinen Bühne werden schnelle Szenen improvisiert. In der „sturmfreien Bude“ gilt es kleine Aufgaben zu lösen, die vielleicht nicht immer den eigenen Zukunftsvorstellungen entsprechen.

So heißt es zum Beispiel in der Aufgabe „Shoppingtour“: „Bevor du auf Einkaufstour gehst, musst du erst den kaputten Siphon an der Spüle reparieren.“ Damit sollen auch junge Mädchen, die sich häufig für diese Aufgabe entscheiden, mal einen Blick über ihre Berufsvorstellungen hinaus werfen.

An jeder Station bekamen die jungen Leute kleine Stärkepunkte wie Fantasie für Gestalten, Hände für Geschicklichkeit oder eine Büroklammer für Organisieren und Ordnung. Aus dieser Zusammenstellung entstand am Ende der persönliche Stärkenschrank, der viele Vorschläge zur Berufswahl enthielt.

In Werdohl beteiligen sich eine ganze Reihe von Organisationen an diesem Projekt, das Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und Lebensplanung verbindet. Darunter sind unter anderem der türkische Elternverein, der Stadtelternrat, das Integrationsprojekt Wip el ele und natürlich die Stadt selbst.

Außerdem ist die Bundesagentur für Arbeit vertreten. Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur Iserlohn, sieht das Projekt als ersten Einstieg in den Berufswahlprozess. „Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass nur Beratung und Informationen nicht reichen“, betonte Stechele und begrüßte zudem, dass bei diesem Projekt auch die Probleme der Jugendlichen in der Pubertät ihren Platz finden. Ein festes Berufsziel soll am Ende nicht stehen, aber ein Bereich vielleicht schon eingegrenzt sein.

Für Bürgermeister Siegfried Griebsch passt „Komm auf Tour“ voll in die Angebote zur Berufswahl in Werdohl. „Gemeinsam mit Neuenrade veranstalten wir für die 9. und 10. Klassen einmal jährlich die Berufs- und Orientierungsmesse“, sah Griebsch auch die interkommunale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.

Zu seinen eigenen Stärken musste sich der Bürgermeister dann auch vor den Schülern äußern. Ganz oben stand bei Griebsch dort die Ordnung. „Aber wo schlägt ihr Herz“, verwies ihn Futura, die die Jugendlichen durch den Parcour führte, auf seine Auswahlmöglichkeiten. „Ja, dann bei Helfen, Kreativität und Natur“, gab Griebsch doch eine persönlichere Antwort.

Genau dies ist das Ziel für die vielen Jugendlichen: Die eigenen Stärken entdecken und sie positiv für ihre Zukunft nutzen. ▪ David Schröder

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