Schüler drehen Spielfilm in Werdohler Kellern

Am Set an einem Ort in Werdohl, der von der Filmcrew nicht öffentlich gemacht werden will: Auf dem Sofa links Hauptdarsteller und Regisseur Robert Maciejewski, daneben Daniel Ossenberg-Engels, links steht Franco Grothe, die Kamera führt Tobias Wienecke und mit dem Ton ist Fred Hermann beschäftigt.

WERDOHL ▪ Sogar seinen früheren Berufswunsch als Architekt hat der 18-jährige Werdohler Schüler Robert Maciejewski seinem Enthusiasmus für den Film aufgegeben: Er will jetzt mit aller Kraft ins Filmgeschäft.

Sein Einstieg in die Karriere als Filmemacher soll der Spielfilm „Existence“ werden. Seit Juli dreht ein mehrköpfiges Team an diesem etwa 80 Minuten langen Streifen, etwa zehn Prozent sind abgedreht.

Um die Öffentlichkeit auf das Projekt aufmerksam zu machen, haben Maciejewski und seine Crew jetzt einen Teaser, einen filmischen Appetitanreger, produziert. Der Teaser ist ab Montag kommender Woche auf einer eigens erstellten Internetseite zu sehen. Darin zu erleben sind düstere, dunkle und geheimnisvolle Szenen, die einen ersten Eindruck von Handlung und Optik des Films geben. Eine Szene ist am Werdohler Bahnhof gedreht und erinnert frappant an den Science-Fiction-Kultfilm „Matrix“ von 1999, dem Meilenstein des Genres. In dem Hollywood-Erfolg stehen sich Keanu Reeves und Hugo Weaving im Zweikampf gegenüber.

Teaser erscheint bald

im Internet

Maciejewski hat hohe künstlerische und technische Ansprüche. Es ist beileibe kein Wackel-Handkamera-Film, sondern alles wirkt sehr genau arrangiert und durchgeplant.

Viel wird in Werdohl gedreht, der Heimatstadt Maciejewskis. Vereinbarungen mit den Eigentümern und der Tatsache, dass die teuren Sets noch aufgebaut sind, veranlassen die Filmcrew zur Geheimhaltung. Bislang hat die Crew alles aus eigenen Mitteln bezahlt: Etwa rund 3500 Euro stecken bis jetzt in der Kamera-Ausrüstung, Mieten, Kostümen und dem Set-Aufbau. Von daher wären die jungen Leute nicht um Sponsoren verlegen, die sie finanziell unterstützen könnten. Dass das Projekt einmal kommerziell erfolgreich sein sollte, wäre allerdings nur ein weit entfernter Traum. Kopf der Gruppe ist Maciejewski, der das Drehbuch geschrieben hat, Regisseur ist, eine Hauptrolle spielt und auch die Kamera bedient. Zweiter Kameramann ist Tobias Wieneke aus Plettenberg. Die Rollen der beiden jugendlichen Waisenkinder Chris und Aiden sind durch Maciejewski und Daniel Ossenberg-Engels aus Altena-Dahle besetzt. Es geht um Liebe, um Gefühle, um Action – eben um die existenzialistischen Themen, die Jugendliche beschäftigen, verpackt in kühlen und düsteren Bildern und ebensolchen Dialogen. Vor der Kamera stehen noch Michelle Wröbel aus Nachrodt-Wiblingwerde, Eike von Schlichting aus Werdohl und Linda Rohde aus Altena, die beiden Werdohler Christopher Heinrich und Franco Grothe helfen am Set, Patrik Tussnat aus Plettenberg gestaltet die Homepage. Dazu kommen noch viele Freunde und weitere Helfer aus der Gegend, das Projekt ist noch offen.

Schauspieler als Komparsen gesucht

So offen, dass Maciejewski weitere Schauspieler als Komparsen und Statisten sucht. Auf der Homepage können sich Interessierte melden, sie sollten sich mit einem Foto und einen kurzen Tex über sich bewerben.

Anfang oder Mitte kommenden Jahres soll „Existence“ fertig sein. Aus den anfänglich geplanten 28 Drehtagen werden wohl einige mehr, schließlich gehen so gut wie alle Filmer noch zur Schule, das Abitur vor der Nase. Maciejewski möchte gern, dass der Film später auch in den umliegenden Kinos gezeigt wird. Die Überspielkosten von der digitalen Quelle auf eine Filmrolle sind mit rund 7000 Euro recht hoch. Auf jeden Fall wird der Film als DVD erscheinen, das ist sicher.

Den Teaser will Maciejewski beim Wettbewerb „Camgaroo Award 2010“ einreichen, an dem er schon einmal teilgenommen hat. Wer sich von Maciejewskis Schaffenskraft und Gestaltungswillen jetzt schon überzeugen will, schaut sich den Teaser an: http://www.existence-the-movie.com

Von Volker Heyn

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