Vom Schrott bis zu den „fliegenden Junggesellen“

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Heiner Burkhardt, Udo Böhme, Sabine Böker-Tiemann, Heinz Rohe und Manfred Wolf (von links) haben die Ausstellung vorbereitet. Zum Arbeitskreis gehören außerdem Barbara Funke, Dirk Hoffmann und Carsten Clever.

Werdohl - Wer ab dem kommenden Sonntag, 8. März, das Kleine Kulturforum (KKF) betritt, trifft gleich am Eingang auf eine Tonne voll mit Schrott. Sie ist das erste Exponat einer Ausstellung über den Werdohler Ehrenbürger Arnold Menshen, die der Heimat- und Geschichtsverein bis Sonntag, 29. März, präsentiert.

„Wir haben schon Ausstellungen über die beiden anderen Werdohler Ehrenbürger, Fritz Thomée und Hans Vossloh, gemacht“, sagt Heiner Burkhardt vom Heimat- und Geschichtsverein. „Da war es klar, dass wir auch dem dritten Ehrenbürger eine Ausstellung widmen.“ Die Schau gliedert sich in mehrere Abteilungen, darunter „Der Mensch Arnold Menshen“ und „Arnold Menshen als Mäzen“.

Schon seit mehreren Monaten hat ein Arbeitskreis des Vereins Material gesammelt, unterstützt durch die Familie Menshen und den Firmenverbund. Der Historiker Oliver Schulz – der bereits die Ausstellung über Hans Vossloh koordiniert hatte – hat das Team wissenschaftlich begleitet, ein Konzept erstellt und Texte für die fünf Informationstafeln geschrieben. Diese Texte gibt es jeweils in einer knappen und einer ausführlichen Version. „Wir wollten die Tafeln nicht mit Bildern und Text überfrachten“, erläutert Manfred Wolf, der Leiter des Arbeitskreises. Die ausführlichen Texte liegen deshalb in Prospekthaltern neben den Tafeln aus.

Gut 40 Einzelexponate geben in den Räumen des KKF einen Einblick in das Leben und den beruflichen Werdegang des Ehrenbürgers. An einem Fernseher können sich die Ausstellungsbesucher außerdem Zitate von und über Arnold Menshen anhören; an einem Computer gibt es ein interaktives Fragespiel.

Als „sauerländischen Traum“ bezeichnet Heiner Burkhardt mit einem Augenzwinkern Menshens Karriere. „Das Faszinierende war sein Lebenslauf“, findet auch Manfred Wolf. Arnold Menshen habe eine Schlosserlehre gemacht und anschließend begonnen, mit Schrott zu handeln – darauf verweist die Tonne zu Beginn der Ausstellung. „Am Ende seines Lebens konnte er auf ein Imperium verweisen“, fasst Wolf die Erfolge zusammen. Auch der zweite Strang der Unternehmensgeschichte, die Firma Stauff und die Lukad-Holding, finden in der Ausstellung Erwähnung.

Mindestens genauso wichtig wie die beeindruckende Karriere ist aber die Persönlichkeit des Ehrenbürgers. „Er war ein Original“, sagt Burkhardt. Menshen habe immer Spielkarten dabei, mit denen er auch auf Geschäftsreisen Menschen unterhalten und verblüfft habe. Auch ein solches Spiel durfte deshalb in der Ausstellung nicht fehlen. Neben Erinnerungen Menshens und Schulzeugnissen, die zur Ansicht ausliegen, ergänzt ein „Abschlusszeugnis der Kampfgemeinschaft fliegender Junggesellen“ die Sammlung.

Abgerundet wird sie durch das Goldene Buch der Stadt Werdohl. „Der erste Eintrag überhaupt ist von Arnold Menshen. Er hat das Buch auch gestiftet“, erläutert Heiner Burkhardt dieses besondere Exponat.

Von Constanze Raidt

Die Ausstellung wird am Sonntag, 8. März, um 11.30 Uhr im Kleinen Kulturforum am Bahnhof, Bahnhofsplatz 3, eröffnet. Bis Sonntag, 29. März, öffnet sie jeweils donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr, freitags von 16 bis 18.30 Uhr und sonntags von 10 bis 12.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Kleine Kulturforum ist über einen Aufzug erreichbar.

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