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Schreckmoment beim „Spaziergang“ durch Innenstadt im MK

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Von: Volker Griese

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Etwa 120 bis 130 Menschen beteiligten sich am Montagabend am dritten „Spaziergang“ durch die Werdohler Innenstadt.
Etwa 120 bis 130 Menschen beteiligten sich am Montagabend am dritten „Spaziergang“ durch die Werdohler Innenstadt. © Volker Griese

Am dritten „Spaziergang“ von Impfgegnern und Kritikern der Coronamaßnahmen haben am Montagabend nach Schätzung der Polizei etwas weniger Menschen teilgenommen als an den beiden bisherigen Aufzügen.  Mittendrin gab es einen Schreckmoment.

Werdohl ‒ Schätzungsweise 150 Männer, Frauen und Kinder hatten an den ersten beiden „Spaziergängen“ in den vergangenen beiden Wochen teilgenommen. Etwa 120 bis 130 Teilnehmer gingen diesmal durch die Innenstadt, pfiffen teils auf Trillerpfeifen und hörten auf zwei Geräten abgespielte Protestsongs, in denen es um weggenommene Freiheit ging, die es wiederzuerlangen gelte, oder darum, für seine Rechte aufzustehen. Mehrfach war auch die Querdenker-Hymne „Deutschland, zeig Dein Gesicht“ von Alex Olivari zu hören. Auch Songs von Nena, die in den vergangenen Monaten immer wieder mit Kritik an den Corona-Regeln auf sich aufmerksam gemacht hat, waren zu hören.

Auf der Freiheitstraße, kurz bevor der Menschenzug in die Neustadtstraße einbog, ertönten zudem Parolen aus der „Konserve“, die die Gefährlichkeit des Coronavirus und die Wirksamkeit der Impfungen infrage stellten sowie die Schutzmaßnahmen der Regierung kritisierten.

Einen Schreckmoment gab es, als der Zug zum zweiten Mal die Stadtbrücke überquerte: Unbekannte zündeten unter der Brücke mehrere Feuerwerkskörper. Die „Spaziergänger“ quittierten die Detonationen mit Gejohle.

Nach Angaben der Polizei, die den knapp einstündigen Aufzug begleitete, blieb auch der dritte „Spaziergang“ durch Werdohl friedlich. Die Teilnehmer hätten sich weitestgehend an die Verkehrsregeln gehalten und seien fast ausnahmslos auf den Gehwegen geblieben, hieß es. Weil aber auch diese Veranstaltung nicht als Demonstration angemeldet war, schrieb die Polizei erneut eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Spätestens seitdem das NRW-Innenministerum die „Spaziergänge“ offiziell als Demonstrationen eingestuft hat, ist die Polizei angehalten, gegen die Verantwortlichen Anzeigen vorzulegen. Sind keine Verantwortlichen auszumachen, wie bislang auch in Werdohl, werden Anzeigen gegen unbekannt geschrieben. Einige Teilnehmer der „Spaziergänge“ seien der Polizei allerdings sehr wohl persönlich bekannt, sagte Volker Bootz, der Leiter der Werdohler Polizeiwache.

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