In Schräglage durch Höllmecke-Kurven: Polizei bietet Sicherheitstrainings für Motorradfahrer an

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Polizeihauptkommissar Andreas Filthaut demonstrierte mit seiner BMW auf der gesperrten Strecke, wie man mit dem Motorrad am besten durch eine Kurve fährt.

Werdohl - Am 21. Juli verunglückte ein Motorradfahrer in einer Linkskurve auf der Höllmecke. Andreas Filthaut, Polizeihauptkommissar von der Abteilung Verkehrsunfallprävention und Opferschutz, wundert sich noch immer.

„Weder wir, noch der Unfallfahrer können sich den Unfall erklären, denn er war offensichtlich nicht zu schnell unterwegs.“

Aber nicht nur eine unangemessene Geschwindigkeit führt zu Unfällen. Auch kleinere Fahrfehler können folgenschwer sein. Deshalb macht die Polizei aufmerksam auf Fahrsicherheitstrainings, die sie selbst anbietet. Polizist Axel Strüver setzt sich auf seine 125 PS starke BMW und fährt mit dem Motorrad die Höllmecke-Kurven hinauf und hinunter. Beim ersten Mal legt er sich weit in die Kurve hinein. 

Filthaut erläutert: „Sehen Sie, jetzt gerät er deutlich einen halben Meter in den Gegenverkehr hinein.“ Die Straße wurde eigens für diese Präsentation von der Polizei gesperrt. Beim nächsten Mal fährt Strüver mit seinem Zweirad schon etwas vorsichtiger. Er bleibt auf seiner Fahrbahnseite, aber immer noch liegt sein Oberkörper schräg in der Luft über der Gegenfahrbahn. Beim dritten Versuch bleibt Strüver in seiner Spur. Filthaut erklärt: „Jetzt fährt er diese Kurve sauber. Ein richtig schönes, weiches Fahrmanöver.“ 

Strüver fährt selbst seit gut zwei Jahrzehnten Motorrad. Seit zehn Jahren ist er Verkehrssicherheitsberater für Autos und Zweiräder. Er weiß: „Ich bin bei dieser Demonstration an die Grenze gegangen. Wäre ich noch etwas schneller gefahren, wäre ich weggerutscht.“ Filthaut verrät: „Unsere heutige Präventionsmaßnahme richtet sich an Tourenfahrer sowie an die Gruppe der High-Risk-Fahrer.“ Er weiß aber: „Ob diese Gruppe durch Prävention überhaupt erreichbar ist, oder ob nur das Entziehen der Fahrerlaubnis zu einer Änderung des Fahrverhaltens führt, kann man nicht allgemeingültig beantworten.“ 

Ziel sei es in jedem Fall, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Motorrädern zu verringern. Im Kreis gab es 2015 unter diesen Verkehrsteilnehmern 219 Verunglückte, darunter 5 Tote, 71 Schwerverletzte und 143 Leichtverletzte. 2016 waren es 173 Verunglückte. Dabei starb ein Verkehrsteilnehmer. 51 wurden schwer und 121 leicht verletzt. Im laufenden Jahr waren bereits zwei Tote und 31 Schwerverletzte zu beklagen. Filthaut hebt hervor: „60 Prozent der an Verkehrsunfällen beteiligten Kradfahrer sind selbst die Unfallverursacher.“ 

Er wirbt deshalb für das Fahrsicherheitstraining: „Es hilft, Unfallsituationen zu verhindern. Dabei ist sowohl die Minimierung von eigenen Fahrfehlern, als auch das geübte entschlossene Reagieren auf Fahrfehler Anderer trainierbar.“

Wer nun an einem Fahrsicherheitstraining der Polizei teilnehmen möchte, kann sich an eine dieser Kontaktadressen wenden: Verkehrswacht Iserlohn, Trainingsgelände am Sauerlandpark Hemer, Tel. 0 23 73 / 3 95 36 38, E-Mail: sicherheitstraining@web.de Verkehrs-Sicherheits-Zentrum Olpe, Tel. 0 27 61 / 94 79 10, E-Mail: info@vsz-olpe.de

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