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Schnelles Internet für fast alle Werdohler

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Von: Volker Griese

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Die bunten Leerrohre für die Glasfaserkabel werden derzeit auch vielerorts in Werdohl verlegt. Der Breitbandausbau ist aber noch längst nicht abgeschlossen.
Die bunten Leerrohre für die Glasfaserkabel werden derzeit auch vielerorts in Werdohl verlegt. Der Breitbandausbau ist aber noch längst nicht abgeschlossen. © Jens Büttner

Der Ausbau des Glaserfasernetzes für schnelles Internet schreitet in Werdohl voran. Derzeit lässt die Telekom in der Innenstadt Lichtwellenleiter verlegen.

Welche Bereiche darüber hinaus schon bald mit Breitbandinternet versorgt werden sollen, erläuterte Matthias Pohl, Gigabitkoordinator des Märkischen Kreis, jetzt den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung.

Bezahlt wird der Breitbandausbau in Werdohl aus ganz unterschiedlichen Quellen. So gibt es zunächst den sogenannten eigenwirtschaftlichen Ausbau, den die Telekom finanziert. Seit Oktober werden dadurch etwa 220 Adressen im Innenstadtbereich versorgt. Wesentlich mehr Anschlüsse werden aber durch einen Ausbau verlegt, der mit Mitteln der öffentlichen Hand gefördert wird.

Noch „Luft nach oben“ in Werdohl

Da gibt es zum Beispiel das Regionale Wirtschaftsförderprogramm, durch das 71 Werdohler Gewerbebetriebe in bisher unterversorgten Gewerbegebieten mit schnellem Internet versorgt werden könnten. Nach Worten von Matthias Pohl haben bisher 25 Unternehmen einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Hier gibt es also noch „Luft nach oben“, zumal für Werdohl rund 8 Millionen Euro zur Verfügung stehen, die das Land NRW (etwa 54 Prozent), der Märkische Kreis (etwa 14 Prozent) und Telekom (etwa 33 Prozent) gemeinsam aufbringen. Eigentlich ist der Ausbau seit April beendet, nach Worten des Gigabitbeauftragten können aber noch Anträge auf einen schnellen Internetanschluss gestellt werden.

Mehr die bisher unterversorgten privaten Haushalte werden mit einem Bundesförderprogramm angesprochen, durch das in Werdiohl etwa 900 neue Anschlüsse gelegt werden könnten. Die Nachfrage nach solchen Glasfaseranschlüssen, die bis ins Haus gelegt werden, sei bisher groß, sagte Pohl und führte dies auch auf den erhöhten Bedarf durch die Corona-Pandemie und das damit oftmals verbundene Arbeiten im Homeoffice zurück. Pohl sprach von einer Antragsquote von 89 Prozent. Die Arbeiten zur Verlegung von 35 Kilometern Kabel und zur Installation von etwa 40 neuen Netzverteilern haben gerade erst begonnen. Die Kosten teilen sich Bund (50 Prozent), Land (40 Prozent) und Stadt Werdohl (10 Prozent).

Weiße Flecken sollen verschwinden

Mit einem weiteren Förderprogramm des Bundes sollen nach Pohls Worten nicht nur weitere Haushalte mit bisher schlechten Internetverbindungen, sondern auch noch sogenannte weiße Flecken mit schnellem Internet versorgt werden: Ortslagen, die oftmals abseits der größeren Wohngebiete liegen. Auf den finalen Förderentscheid des Bundes warte der Kreis aber noch. Darüber hinaus sprach Pohl von einem sogenannten Sonderaufruf für Schulen und Gewerbebetriebe, durch den nicht nur fünf Werdohler Bildungseinrichtungen, sondern auch 50 Unternehmen auf die Datenautobahn gelotst werden könnten.

„Diese Förderprogramme stoßen auch den Ausbau durch die Telekom an“, erklärte Pohl dem Ausschuss eine Wechselwirkung zwischen öffentlich geförderten und eigenwirtschaftlich finanziertem Breitbandausbau. So plane die Telekom bereits jetzt die Versorgung von rund 2000 weiteren Adressen voraussichtlich im Jahr 2023. Pohl war frohen Mutes, dass die meisten Werdohler die gemeinsamen Bemühungen vieler Stellen um schnelle Internetanschlüsse zu spüren bekommen. „Wir werden in Werdohl eine Gigabitquote von 90 Prozent erreichen“, prognostizierte er eine weitreichende Internetversorgung über Lichtwellenleiter an Lenne und Verse.

Gute Nachrichten für Neubaugebiet Düsternsiepen

Auf Nachfrage aus dem Ausschuss hatte Pohl auch gute Nachrichten für das Neubaugebiet Düsternsiepen: Auch für alle noch unbebauten Grundstücke dort seien Anschlüsse in den Straßen vorbereitet, sodass zukünftige Bauherren dort nach dem Einzug in ihre Häuser ebenfalls schnelle Zugänge ins Internet vorfänden. Im Zweifel gebe der Märkische Kreis übrigens „adressenscharf Auskunft“ über die Möglichkeiten eines Anschlusses an das Breitbandnetz.

Kontakt: Der Gigabitkoordinator des Kreises, Matthias Pohl, ist unter Tel. 02351/9666821 und per E-Mail an m.pohl@maerkischer-kreis.de zu erreichen.

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