Zu schnell: 19-Jähriger schrottet BMW an Felsen

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Werdohl/Neuenrade - Gründlich verkleinert war der BMW eines heute 19-jährigen Neuenraders, nachdem er am 7. Juni 2018 eine Haarnadelkurve in Werdohl-Bärenstein viel zu schnell durchfahren hatte.

Er geriet nach dem Überholen eines anderen Fahrzeugs ins Schleudern, driftete und prallte gegen einen Felsen. Mit viel Glück blieben der Fahrer und seine erheblich jüngere Beifahrerin unverletzt – auch weil kein Fahrzeug in der Gegenrichtung unterwegs gewesen war. 

Dennoch musste sich der 19-Jährige im Amtsgericht Altena wegen einer Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Denn statt – wie vorgeschrieben – mit 50 km/h war er mit mindestens 100 „Sachen“ in die Kurve eingefahren, wie Kraftfahrzeuggutachter Lutz Bölter auf Grundlage der gesicherten Spuren feststellte. „Die Kurvengrenzgeschwindigkeit liegt bei 100 bis 110 km/h“, erklärte er. Das deutet darauf hin, dass der 19-Jährige eher am oberen Rand dieser Spanne unterwegs war. 

"Nur noch als Passagier" unterwegs

Nach dem Ausbrechen des Hecks in einer Rechtskurve sei der Fahrer in seinem nicht mehr zu bändigenden Auto „nur noch Passagier“ gewesen. Einzige Knautschzone bei der Begegnung zwischen dem Felsen im Versetal und dem BMW war dessen Frontbereich. Er war bis zur Vorderachse eingedrückt. „Vorne ist von dem Auto nichts mehr da“, bemerkte Richter Dirk Reckschmidt. 

Der 19-Jährige hielt sich im Gerichtssaal eher bedeckt und zeigte sich immer noch überrascht, wie schnell so ein Rennsportabenteuer vorbei sein kann: „Das war wirklich ungewollt, dass mein Heck da so ausbrach. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe mich überschätzt“, sagte er in seinem Letzten Wort. 

Führerschein für sechs Monate eingezogen

Der Richter sah zwar das Geständnis, aber wenig Einsicht beim angeblich so ahnungslosen Angeklagten. „100 km/h – das ist eine Geschwindigkeit, die ich merke. Sowohl Sie als auch die Beifahrerin haben Riesenglück gehabt, dass nicht mehr passiert ist.“ 

Weil dem Raser die Fahrerlaubnis nur vorläufig entzogen worden war, musste er seinen Führerschein noch im Gericht für sechs Monate abgeben. Ab dann dürfte die Straßenverkehrsbehörde prüfen, ob sie der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zustimmt. Zuvor muss er einen Verkehrserziehungskurs besuchen und 100 Sozialstunden ableisten.

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