Werdohler trotzen dem Schnee

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Schneeschaufel statt Zeitung: Unser Leser Martin Gold hatte gestern ordentlich zu tun.

WERDOHL ▪ 22 Männer, sechs Fahrzeuge und zwei Fremdunternehmer: Straßenmeister Uwe Bettelhäuser und sein Team waren am Mitwoch im Dauereinsatz. Für das Team vom Baubetriebshof war es ein arbeitsreicher und vor allem stressiger Tag.

Trotz der widrigen Straßenverhältnisse meldete die Polizei bis zum frühen Abend nur zwei kleinere Unfälle auf Werdohler Stadtgebiet. Auch in der Stadtklinik war es verhältnismäßig ruhig, wie Verwaltungsleiter Siegfried Hubrich berichtete. „Die Werdohler waren vorsichtig unterwegs und sind schneeerprobt“, waren sich Hubrich und Polizeisprecher Dietmar Boronowski einig.

Um 6.45 Uhr begann der Arbeitstag für die Männer vom Baubetriebshof. Vor allem der bis zum Nachmittag andauernde Schneefall machte den Bauhofmitarbeitern zu schaffen. „Wenn es durchschneit, bekommen wir die Strecke nicht frei“, sagte Bettelhäuser. Extreme Steigungen, Busstrecken, die Zufahrt zum Krankenhaus sowie die Neustadtsraße und alle Straßen, auf denen vermehrt mit Lkw-Verkehr zu rechnen ist, wurden von Bettelhäusers Team zuerst geräumt. „Wir können nur räumen. Wir streuen nur so viel Salz, das der Schnee nicht festfriert, alles andere ist bei andauerndem Schneefall rausgeschmissenes Geld“, berichtete Bettelhäuser. „Sobald es aufhört zu schneien, kümmern wir uns um die Nebenstrecken“, versprach der Straßenmeister gegen Mittag.

Gerüchten, die Stadt habe kein Streusalz mehr vorrätig, widersprach Bettelhäuser: „Es wäre knapp geworden. Doch am Nachmittag ist eine neue Lieferung eingetroffen, mit der wir schon am Dienstag gerechnet hatten“, wusste der Straßenmeister zu beruhigen. Auch die beiden Außensilos in den Bezirken seien gestern noch voll gewesen.

Vor allem am Riesei herrschte in den frühen Morgenstunden offensichtlich Chaos. „Es war eine Katastrophe. Ich habe vom Riesei bis in die Stadt fast 40 Minuten gebraucht“, sagte Verwaltungsmitarbeiterin Christa Schlemmer gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Schulunterricht auf dem Riesei und auf der Königsburg fand nach Schlemmers Angaben wie gewohnt statt.

Auch die MVG hatte in Werdohl mit den Schneemassen zu kämpfen: „Für unsere Linienbusse gibt es am Riesei kein Hochkommen,“ so Peter Bökenkötter, Prokurist bei der MVG. Die Linie 60, die normalerweise von Werdohl nach Neuenrade unterwegs ist, fuhr gestern nicht. In den Höhenlagen war nach Angaben von MVG-Sprecher Jochen Sulies mit Verspätungen von bis zu 40 Minuten oder Ausfällen zu rechnen. Auch der Service der MVG, die auf ihrer Homepage im Normalfall über Ausfälle im Busverkehr informiert, funktionierte gestern nicht. „Die Lage ist viel zu unübersichtlich“, sagte Bökenkötter.

Zwei kleine Unfälle

bis zum frühen Abend

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, wusste von einem Fahrzeug zu berichten, dass gestern um 9.50 Uhr am Nordheller Weg in den Graben rutschte. Leicht verletzt wurde ein 22-jähriger Werdohler, der um 6.40 Uhr auf der Ütterlingser Straße in Höhe der Einmündung Schlacht auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern geriet. Das Auto rutschte nach Polizeiangaben gegen eine Straßenlaterne. Die Beamten bezifferten den Sachschaden auf 5000 Euro. „Langsam fahren und ausreichend Abstand halten“ – den Hinweis des Polizeisprechers hatten die Werdohler offenbar beherzigt.

In der Werdohler Stadtklinik wurde etwas mehr Ansturm verzeichnet als sonst. „Die Bürger sind vorsichtig unterwegs“, so Hubrich, der von einigen Verstauchungen in Folge von Stürzen auf glatten Straßen oder Bürgersteigen zu berichten wusste.

Von Ute Heinze

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