19. Auflage des Festes

Auf der Schnapsbrücke: Werdohl sucht seinen Weinkönig

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Schwiegermutters Lieblinge spielen am Tag vor dem Muttertag beim 19. Brückenbürgerweinfest in Versewörde.

Werdohl - Wer nach deutschen Weinregionen befragt wird, kommt nicht ohne weiteres auf Regionen in Niedersachsen. Doch das ist falsch. Im Gegenteil: Im Harz und Weserbergland wird der Weinanbau seit einigen Jahren ausgeweitet. Vielleicht kommt deshalb der amtierende Werdohler Weinkönig aus dem nördlichen Bundesland.

Die Antwort könnte er beim Brückenbürgerweinfest geben, das am Samstag, 11. Mai, ab 15 Uhr auf der historischen Lennebrücke in Versevörde stattfindet. 

Es ist bereits die 19. Auflage dieses für die heimische Region ungewöhnlichen Festes. Denn wer kommt schon darauf, im Sauerland, der eher für ihre Brauereien bekannten Region, dem Saft der Reben zu huldigen? Der Bürgerstammtisch sorgt aber schon seit vielen Jahren für Abwechslung am Gaumen des Sauerländers im Allgemeinen und des Werdohlers im Speziellen. 

Winzer von der Mosel, dem weltgrößten Steillagenweinbaugebiet, und aus Rheinhessen, dem größten Weinbaugebiet Deutschlands, werden kommen, um die an Gerstensaft gewöhnten Sauerländer die neuesten Jahrgänge ihrer vergorenen Säfte aus den Beeren der Weinrebe kosten zu lassen. 

Einziges Weinfest nördlich des Mains?

Das Weinfest soll Angaben des Bürgerstammtisches zufolge das einzige seiner Art in Südwestfalen, möglicherweise sogar nördlich der Mainlinie sein. Dass man es in der Stadt der Brücken – Werdohl hat unzählige dieser kleinen und großen Konstruktionen zur Überquerung von Flüssen, Bächen und Tälern – auf einer Brücke feiert, liegt natürlich nahe. Die als Kulturdenkmal geschützte sogenannte Schnapsbrücke bietet sich dafür wahrlich an, und zwar nicht etwa, weil das mit dem Weinfest im Sauerland eine Schnapsidee wäre. Sie bietet ausreichend Platz, um Wein und Speisen – ja, die gibt es auch – in gemütlichem Ambiente zu genießen. 

Dazu wird eine Dixie-Band spielen. Der Bürgerstammtisch hat einmal mehr Schwiegermutters Lieblinge verpflichtet. Die Musiker aus dem Ruhrgebiet werden ganz ohne Stromanschluss und deshalb mobil auftreten und wollen wieder den Beweis antreten, dass die aus den Südstaaten der USA stammende Spielart des Jazz auch unkonventionell daherkommen kann. Mit Überraschungen ist bei diesen Musikern jedenfalls immer zu rechnen. 

Königskette als Zeichen der Amtswürde

Eine Überraschung dürfte auch noch einige Zeit bleiben, wer denn der Nachfolger des amtierenden Weinkönigs Günter Stolte sein wird. Der Mann aus Springe an der Deisterpforte hatte sich im vergangenen Jahr etwas überraschend die Königskette als Zeichen seiner Amtswürde gesichert. 

Am Tag vor dem Muttertag wird nun ein Nachfolger gesucht. Fest steht bislang nur, dass es wieder ein Mann sein wird, denn das hat – anders als bei gewöhnlichen Weinfesten, wo Weinköniginnen gekürt werden – bei diesem Fest über den Lennefluten Tradition.

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