Schmierereien in Pungelscheid

WERDOHL - Aufregung in Pungelscheid: Leuchtend-gelbe Schmierereien tauchten über Nacht an einer Mauer an der Ecke Repkering/Am Reißberg auf. Ebenso wurde ein Stromkasten verunstaltet. Rechtsradikale Parolen sind es, die die Bürger verärgern und empören.

Einer erstattete am Mittwoch direkt Anzeige bei der Polizei. Thomas Voit, Leiter der Werdohler Wache, erklärt: „Wir haben den Fall sofort an die Kriminalpolizei und den Staatsschutz weiter geleitet.“ Letzterer werde automatisch immer verständigt, wenn eine Straftat politisch motiviert sei.

„Die drängt auch darauf, dass diese Schmierereien schnellstmöglichst vernichtet werden.“ Im Falle des Stromkastens sei die Telekom dazu verpflichtet. Die Grafittis auf der Mauer müsse der Eigentümer des darüber gelegenen Hauses entfernen.

Der oder die Täter sprühten zumeist Symbole und Abkürzungen: NS steht dabei für Nationalsozialismus, RAC für Rock Against Communism (zu deutsch: Rock gegen Kommunismus), GNLS für Good Night Left Side (Gute Nacht, linke Seite), Anti-Antifa für Gegen Antifaschismus und WMK laut Wachleiter Voit – trotz „K“ – für die Wehrmacht.

Bei den in Deutschland verbotenen Symbolen handelt es sich zum einen um das Keltenkreuz zum anderen um Othala, dem Erkennungszeichen der Hitler-Jugend. An anderer Stelle wurde „Deutsche Soldaten – Heldentaten“ an die Wand gemalt.

Entsetzt ist auch Bürgermeister Siegfried Griebsch, der am Donnerstagmorgen sofort Kontakt mit der Polizei aufnahm: „Das ist absolut inakzeptabel“, stellt er unmissverständlich klar. „Ich hoffe, dass es sich bei dem Täter nur um einen einzelnen, fehlgeleiteten Menschen handelt.“ Weitere Rechtsradikale in Werdohl, gar eine Szene, seien ihm nicht bekannt.

„Aber wir dürfen solch eine Tat nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wehret den Anfängen. Wir müssen so etwas ernst nehmen“, appelliert er an die Bürger, „solche Schmiereien weiterhin sofort uns oder der Polizei zu melden.“

- mk

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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