Kunden bleiben aus

Schließungswelle geht weiter: Nächster Laden in der Innenstadt macht dicht

Weronika Maciejewska bedient seit zwei Jahren Kunden in ihrem Modegeschäft Chica Style. Damit soll bald Schluss sein. Das Geschäft lohne sich nicht mehr, sagt die Neusserin.
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Weronika Maciejewska bedient seit zwei Jahren Kunden in ihrem Modegeschäft Chica Style. Damit soll bald Schluss sein. Das Geschäft lohne sich nicht mehr, sagt die Neusserin.

Die Schließung des WK Warenhauses Ende Juni war nur der Beginn einer Schließungswelle in Werdohl. Jetzt gibt wieder ein Geschäft in der Innenstadt auf. Die Gründe für die Geschäftsschließungen sind immer dieselben.

Werdohl ‒ „Es fehlt einfach der Umsatz“, sagt Weronika Maciejewska. Die Geschäftsfrau aus Neuss betreibt seit Oktober 2018 den Modeladen Chica Style an der Freiheitstraße. Auf gut 100 Quadratmetern bietet sie dort hauptsächlich Mode für Frauen an. Bis zum Jahresende will sie noch weitermachen, dann soll Schluss sein. Damit schließt dann nach dem WK Warenhaus mit dem Schuhgeschäft Quickschuh, dem Schuh- und Sporthaus Bathe und dem Schuhgeschäft Brockhaus ein weiteres Einzelhandelsgeschäft in der Werdohler Innenstadt.

Eigentlich hatte Maciejewska den Laden schon im vergangenen Jahr schließen wollen, sich dann aber dazu durchgerungen, doch noch weiterzumachen. Jetzt hat es offenbar keinen Sinn mehr. Die Gründe, die Maciejewska für die Schließung ihres Geschäftes nennt, sind nicht neu. Auch andere Einzelhändler haben sie jüngst genannt: die Schließung des WK Warenhauses als Frequenzbringer in der Innenstadt, die Konkurrenz aus dem Internet.

Corona hat die Hoffnungen zerstört

Trotzdem hatte die Inhaberin noch Hoffnung, dass es irgendwie weitergeht. „Corona hat diese Hoffnung aber zerstört“, sagt Maciejewska. Der vorübergehende Lockdown, die Angst der Menschen, vor die Tür zu gehen, das Unbehagen, beim Einkaufen eine Maske tragen zu müssen und nicht zuletzt die Absage vieler Urlaubsreisen hätten sie schwer getroffen. „Wer nicht verreist, kauft auch keine neuen Sachen zum Anziehen“, sagt die Modeverkäuferin. Dann seien noch die vielen Baustellen in und rund um Werdohl dazu gekommen. Das und auch das insgesamt geschrumpfte Angebot in Werdohl habe Kunden aus den umliegenden Städten davon abgehalten, überhaupt in die Stadt zu kommen.

All das habe dazu beigetragen, dass die Freiheitstraße leer sei, dass kaum noch eine Kundin den Laden betrete, berichtet Weronika Maciejewska, für die sich das Geschäft einfach nicht mehr lohne. Erst neuerdings laufe es wieder etwas besser, berichtet Maciejewska. Zurückzuführen sei das wohl auf die Preisnachlässe, die sie wegen der bevorstehenden Schließung gewähre, vermutet sie.

Noch einmal Herbst- und Winterware

Dass sie sich aus Werdohl verabschieden wird, steht für Weronika Maciejewska aber unwiderruflich fest. Für die letzten beiden Monate will sie noch Herbst- und Winterware einkaufen, dann ist aber Schluss, für sie selbst, aber auch für ihre Mitarbeiterinnen, die sie auf Minijob-Basis beschäftigt.

Was aus den angemieteten Geschäftsräumen wird, denen sie einen Renovierungsstau bescheinigt, weiß Maciejewska nicht. Wahrscheinlich ist das der nächste Leerstand in der Werdohler Innenstadt, die zunehmend ausblutet.

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