Das sagen die Werdohler

Schließung des WK-Warenhauses: Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung

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Das WK-Warenhaus am Brüninghaus-Platz schließt Ende Juni.

Werdohl – Sie sei vom Aus des WK Warenhauses am 30. Juniu überrascht gewesen, sagte Bürgermeisterin Silvia Voßloh. Zwar habe sie schon von den Überlegungen gewusst, allerdings mit einem „nahtlosen Übergang“, also einer unmittelbaren Nachfolge gerechnet.

Weil es dafür aber noch keine Lösung gebe, sei sie davon ausgegangen, dass das WK erst einmal weiterbetrieben wird, gab sie zu verstehen. 

Natürlich war auch die Bürgermeisterin erschüttert von der Schließung. „Der Brüninghaus-Platz ist das Herz von Werdohl, und das WK gehört seit mehr als 40 Jahren dazu“, ordnete sie ein, was die Liquidation des Kaufhauses bedeutet. Was die Nachfolge angehe, sei sie „verhalten optimistisch“. Sie glaube nicht, dass diese Immobilie so lange leerstehen werde wie einst das „Extra“-Gebäude am heutigen Edeka-Standort im Bahnhofsviertel. Voßloh ist aber auch sicher: „Dieses Thema wird uns begleiten, bis wir irgendwann sehen, was da kommen wird.“ 

Thema in den politischen Gremien

Die Schließung von Werdohls einzigem Kaufhaus werde sicher auch die politischen Gremien im Rathaus noch beschäftigen, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Im Ausschuss für Umwelöt und Stadtentwicklung, der am 11. Februar das nächste Mal tagt, werde das gewiss ein Thema sein, glaubt sie. Vielleicht werde sich auch der Rat noch damit befassen. Dass die Stadt in der Angelegenheit entscheidenden Einfluss nehmen kann, sieht Voßloh indes nicht. Allerdings glaubt sie, „dass es nur gut sein kann, wenn sich viele Menschen Gedanken machen, wie es weitergehen könnte“. 

Ingo Wöste, Geschäftsführer des Stadtmarketing (Werdohl Marketing GmbH), kann nachvollziehen, wie die Werdohler die Schließung des WK Warenhauses schmerzt. „Viele sind damit groß geworden und verbinden Emotionen damit. Da geht ein Stück Tradition und Indentität verloren“, sagte er. Er glaubt, dass das WK der kontinuierlich gewachsenen Konkurrenz – Lidl, Rossmann, Woolworth, Edeka und dann noch der neuer Aldi, schließlich noch der neue Modepark Röther in Plettenberg – zum Schluss nicht mehr gewachsen war. „Da gab es gewisse Entwicklungen, die es dem WK nicht leichter gemacht haben.“ 

Wöste: Kein Anlass für Endzeitstimmung

Dennoch sieht er keinen Anlass für Endzeitstimmung in Werdohl. „In jeder Veränderung liegt auch eine Chance. Ich glaube, dass es einen Weg in die Zukunft gibt“, verbreitete Wöste Optimismus. Es gelte nun, nach vorne zu schauen, was die Entwicklung der Stadt angeht. Es müsse darum gehen, die Lebensqualität zu steigern, unter anderem durch den Radweg Lenneroute, der Tagestouristen nach Werdohl bringen könne. „Und wo Menschen ihre Freizeit verbringen, geben sie auch Geld aus“, lautet Wöstes Devise. Gespannt erwarte er, wie Rewe auf die Schließung reagieren werde, sagte Wöste noch. Die Lebensmittelabteilung im WK ist die einzige Rewe-Filiale in Werdohl. Dass der Kölner Handelskonzern das Geschäft an Lenne und Verse ganz der Konkurrenz überlassen wird, ist in der Tat schwer vorstellbar. 

Heiko Tank, Inhaber des Edeka-Marktes an der Inselstraße, blieb auf Anfrage äußerst wortkarg: „Es ist ein Einschnitt für Werdohl, es tut mir sehr leid für die 100 Mitarbeiter, mehr sage ich nicht dazu.“

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