Das schlagende Phantom

War der Täter nun am Tatort oder nicht?

WERDOHL ▪ Plötzlich unsichere Opfer und ein Angeklagter, der seine Unschuld beteuerte, stellten eine Berufungskammer des Landgerichts Hagen heute vor eine enorm schwierige Aufgabe.

Das Amtsgericht Lüdenscheid hatte den 25-jährigen Werdohler Anfang dieses Jahres wegen zweifacher Körperverletzung zu einer siebenmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der Mann soll am 31. Mai vergangenen Jahres gegen 5.30 Uhr vor einem Fastfood-Restaurant in Werdohl zunächst einen Mann geschlagen und anschließend einem anderen eine Kopfnuss verpasst haben, so dass der einen Nasenbeinbruch davongetragen hatte.

Nach damaligen Aussagen der Opfer hatte es keinen Anlass für eine derartige Attacke des Werdohlers gegeben. Gegen das Urteil des Amtsgerichts legte der 25-Jährige Berufung ein.

Heute nun musste sich das Hagener Landgericht mit dem Fall beschäftigen. Wie bereits in erster Instanz bestritt der Angeklagte auch jetzt vehement die Vorwürfe gegen ihn. Er gab an, zur Tatzeit gar nicht vor Ort, sondern bei seiner Freundin gewesen zu sein.

Sogar die Opfer waren sich heute plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob es sich bei dem Mann auf der Anklagebank auch tatsächlich um den Täter handelte.

Eine gewisse Würze brachte der Bruder des Angeklagten bei der kniffligen Sache ins Spiel: Er hatte die Opfer nach dem Vorfall im Mai 2009 nämlich bedroht, und war dafür sogar bereits rechtskräftig verurteilt worden. Jetzt behauptete allerdings auch er, der Angeklagte sei gar nicht in Tatortnähe gewesen.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, sollen nun am 2. Juni weitere Zeugen gehört werden.

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