Schlafmittel im Bier

WERDOHL ▪ Der 45-jährige Angeklagte, der sich wegen gefährlicher Körperverletzung gestern Mittag am Amtsgericht in Altena verantworten musste, konnte sich offenbar nicht mit dem Beziehungsaus seiner Nachbarin abfinden und soll ihr etwas ins Getränk geschüttet haben, um sie bewusstlos zu machen.

Anfang Mai dieses Jahres hatte er seine Nachbarin und auch Ex-Lebensgefährtin auf ein abendliches Bier in seine Werdohler Wohnung eingeladen. Plötzlich wurde der Frau schlecht, sie bekam Schweißausbrüche, begann zu zittern und ihr wurde schwindelig. Ihr Nachbar brachte sie daraufhin zurück in ihre Wohnung, wo sie dann in einen „narkoseähnlichen“ Schlaf fiel und zwei Stunden lang bewusstlos blieb. Als sie aufwachte, fand sie den Angeklagten neben sich auf dem Bett sitzend. Er hatte sich die Zeit damit vertrieben, mit dem Handy der Geschädigten Kurzmitteilungen an sich selbst und ihren neuen Lebensgefährten zu schreiben, wohl, um ihm und sich selbst wieder eine Beziehung mit der Nachbarin vorzugaukeln.

Der 45-Jährige, der zwischenzeitlich nach Wetter verzogen ist, soll seiner Ex-Freundin ein paar Tropfen „GBL“ ins Getränk geschüttet haben. Ein Medikament, das er selbst gegen seine Schlafstörungen einnimmt. Der Angeklagte bestritt den Vorsatz der Tat. Er habe einfach aus Versehen die Gläser vertauscht, das Schlafmittel sei für ihn selbst bestimmt gewesen, nicht für seine Ex-Freundin. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Dirk Reckschmidt sah dennoch eine Schuld beim Angeklagten und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss er seiner ehemaligen Lebensgefährtin und mittlerweile auch Ex-Nachbarin ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zahlen.

Von Anja Grevener

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