Schlaflos auf der Bahnhofstraße´in Werdohl

WERDOHL ▪ Immer wieder habe er unter Schlafstörungen gelitten, sagte der 18-jährige Neuenrader gestern vor Gericht. So sei es auch am 29. Juni gewesen, als er kurzerhand eine kleine Spritztour nach Werdohl im Auto seines Vaters unternahm, obwohl er gar keinen Führerschein hatte.

Als Folge seines nächtlichen Ausflugs kassierte der junge Schulabbrecher gestern vor dem Altenaer Amtsgericht 100 Sozialstunden wegen Fahrens ohne Führerschein. „Das war ja nachts. Ich konnte wieder nicht schlafen, mir war langweilig. Da komme ich manchmal auf solche Ideen”, zeigte sich der junge Mann gestern geständig. Normalerweise sitze er ewig vor dem Laptop oder gehe mit seinem Kumpel spazieren. Aber nicht so in besagte Nacht. Da hatte sich der Teenager den Autoschlüssel des Vaters geschnappt, und sich hinter das Steuer des elterlichen Renaults gesetzt. Seine kleine Rundreise führte ihn unter anderem über die Bahnhofstraße in Werdohl. Nachdem das Ganze aufgeflogen war, hatte es zwischen Vater und Sohn mächtig Ärger gegeben.

Die Amtsanwältin forderte 50 Sozialstunden und eine sechsmonatige Führerscheinsperre. Richter Dirk Reckschmidt verzichtete letztlich auf die Sperre, verdoppelte aber dafür die Anzahl der geforderten Sozialstunden. „Wenn man seit der siebten Klasse quasi nichts macht, ist man abends auch nicht müde”, erklärte er in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte akzeptierte die Entscheidung des Gerichts, und ließ das Urteil rechtskräftig werden.

Jana Peuckert

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