Schlägerei: Aussage steht gegen Aussage

WERDOHL ▪ Nach drei Verhandlungstagen endete heute vor dem Altenaer Amtsgericht das Verfahren gegen drei junge Männer aus Werdohl und Lüdenscheid mit Freisprüchen und einer Geldstrafe von 200 Euro. Laut Anklage hatte das Trio, mit einem Schlagring ausgestattet in der Nacht auf den 24. August 2008 einen 33-Jährigen mit Schlägen und Tritten attackiert. Während die Angeklagten die Vorwürfe vehement abstritten, bestätigte das mutmaßliche Opfer mit seiner Aussage die Anklageschrift.

Der Werdohler erklärte, die drei Männer hätten ihn ausgelacht und nach seiner Nachfrage bezüglich eines Grundes dafür, sofort zugeschlagen. Dabei habe er auch einen Schlagring zu spüren bekommen. Einer der Angeklagten gab hingegen an, der 33-Jährige habe sich heftig mit einer Frau gestritten. Dann sei er zu ihnen herübergekommen und habe seinen Bruder, der ebenfalls auf der Anklagebank saß, angegriffen. Schließlich sei es zu einer Schlägerei gekommen, bei der es auf beiden Seiten Verletzungen gegeben habe. Schlagringe habe jedoch keiner der Beteiligten eingesetzt.

Letztlich stand am Ende des Prozesses Aussage gegen Aussage. Ein herangezogener Rechtsmediziner konnte nicht klären, ob die Verletzungen des mutmaßlichen Opfers tatsächlich von einem Schlagring herrührten. Und so sprachen sich sowohl der Staatsanwalt als auch das Gericht für Freisprüche bezüglich des Körperverletzungsvorwurfs aus.

„Vieles könnte sein, aber nichts ist sicher”, brachte es der Staatsanwalt auf den Punkt. Dem schloss sich auch Richter Dirk Reckschmidt an: „Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, wer angefangen hat, aber das Gericht muss sich nicht festlegen. Wenn man es nicht genau weiß, muss man freisprechen.” Das sah der Nebenklagevertreter jedoch etwas anders. Er könne nicht verstehen, warum eine Verurteilung nicht auf die Aussage seines Mandanten, also des mutmaßlichen Opfers, gestützt werden kann. Die Version der Angeklagten bezeichnete er als Schutzbehauptungen.

Bezüglich des Marihuanafundes ordnete das Gericht eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro an. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Insbesondere der Nebenklagevertreter hat die Möglichkeit, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. ▪ jape

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