Schick hört im Wahlkampf Kritisches der Vereine

Thorsten Schick (2.v.l.) hörte sich am Riesei die Sorgen und Nöte von Vereinsvertretern von FSV, HSV und dem SV 08 an, musste sich aber selbst auch allerhand Kritisches sagen lassen.

WERDOHL ▪ „Diese Stadt hat eine herausragende Sportlandschaft“, lobt CDU-Landtagskandidat Thorsten Schick, „hier sind die größten Vereine im Lennetal.“ Im Rahmen einer 24-Stunden-Aktion in seinem Wahlkreis besuchte er am Mittwochabend auch das Sportzentrum Riesei, wo er mit acht Vertretern der FSV, der HSV und des SV 08 diskutierte.

FSV-Jugendvorstand Jürgen Leffin stellte aber gleich zu Beginn klar: „Wenn Sie sich nur unsere Sorgen anhören wollen, dann ist uns nicht geholfen.“ In dem Fall könne er die Zeit sinnvoller nutzen, um dringend benötigte Sponsoren zu aquirieren. „Halten Sie keine Fensterrede“, stieß HSV-Vorsitzender Detlef Stägert ins selbe Horn. Auch Schwimmer Peter Guder machte klar, wo der Schuh drückt: „Wir müssen an einem Wettkampfwochenende für unsere Kinder 600 Euro Startgelder zahlen.“ Mit den Mitgliedsbeiträgen käme nur ein Bruchteil davon zurück.

Finanzhilfen, die Eigenmittel erforderten, über Jahre Rückzahlungen nach sich ziehen oder nur einen Tropfen auf den berühmten heißen Stein darstellten, seien letztlich keine Hilfe. Da waren sich die Vertreter aller drei Vereine einig. Bedrohlich für die Arbeit der Sportvereine seien Nutzungsgebühren für Plätze und Hallen, die letztlich aufgrund von Sanierungsarbeiten doch nicht zur Verfügung stünden. Spielabsagen, ergänzte Stägert, bedeuteten zudem eine finanzielle Belastung, die kaum noch geschultert werden könne.

Schick betonte die Wichtigkeit des Ehrenamtes und erinnerte an die prekäre Haushaltssituation des Landes. Zudem brenne es an allen Ecken und Enden. Beispielhaft nannte er Kindergärten und Schulen. Das Gespräch sei für ihn Grundlage, um Argumente zu sammeln, damit er im Landtag für die finanzielle Unterstützung der Jugendarbeit der Vereine werben kann. Diese habe auch eine gesundheitspolitische Bedeutung. „Ich muss entsprechend geerdet sein, um mich für Sie einzusetzen.“

Für die FSV erklärte Burkhard Bora, dass mehr als die Hälfte der aktuell 813 Mitglieder Kinder und Jugendliche seien. Die HSV, so Stägert, erlebe seit dem Aufstieg in die Verbandsliga einen Boom bei den Mitgliederzahlen. Guder erklärte, dass der Schwimmverein im TuS Jahn derzeit noch 440 Mitglieder habe. „Ich erlebe aber immer öfter, dass Familien wegen Arbeitslosigkeit die Mitgliedschaft kündigen. Erst bestellen sie die Zeitung ab und dann kündigen sie dem Verein.“

Gewöhnlich steht Thorsten Schick, seit 2005 direkt gewählter CDU-Landtagsabgeordneter der Region, „gegen 7 Uhr auf.“ Mittwoch war das anders. Da startete der 38-Jährige gemeinsam mit der Altenaer CDU-Stadtverbandschefin Christel Voßbeck-Kayser und JU-Team-Leiter Matthias Winkler eine „24-Stunden-Aktion.“ Von 6 Uhr am Mittwoch bis gestern früh um 6 Uhr absolvierte der Diplom-Kaufmann zehn „Bürger-Termine“ und legte sich „an den Puls der Region.“

Das Spektrum dieser ungewöhnlichen Wahlkampfaktion begann auf dem Bauernhof Crone in Werdohl und endete auch dort, bei Bäcker Hinse.

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