Alte Bausubstanz ist Problem an der Vorthbrücke

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Martin Hempel, Tiefbauingenieur bei der Stadt Werdohl, erklärt den Aufbau der Vorthbrücke. Der Pfeiler auf der Fahrner-Seite ist bereits saniert. ▪

WERDOHL ▪ Rund 280 000 Euro kostet die Sanierung der Vorth-brücke. Derzeit ruhen die Arbeiten an dem Brückenbauwerk. Schuld ist der erhöhte Wasserstand der Lenne. „Vor allem die Instandsetzung des Mittelpfeilers ist schwierig,“ wie Martin Hempel, Tiefbauingenieur bei der Stadt Werdohl, am Dienstag im Rahmen eines Ortstermins mit dem Süderländer Volksfreund erklärte.

Die Schäden an der Vorthbrücke wurden im Rahmen der Brückenhauptuntersuchung 2011 festgestellt. Bei dieser alle fünf Jahre stattfindenden Prüfung fielen senkrechte Risse in den Betonmänteln aller drei Brückenpfeiler auf. Ein weiteres Problem: „Dort, wo der Wasserstand der Lenne schwankt, rosten die Stahlpfeiler,“ erklärt Martin Hempel und fügt hinzu: „Diese und der untere Teil der Betonbalken stammen noch aus im Jahre 1946.“ Als dann 1982 die Anbindung des Stadtteils Königsburg erfolgte, wurden die Straßen Im Ohl und An der Vorthbrücke aus- und die Stadionstraße neugebaut. Die Vorthbrücke sei damals angehoben worden, so Hempel. Auf die bereits vorhandenen Brückenpfeiler seien neue Betonstützen gebaut worden. Der Unterbau wurde hingegen nicht verändert. „Nur kleinere Betonsanierungsarbeiten sind damals durchgeführt worden,“ weiß Hempel. Zudem hätten die Stahlpfeiler damals einen neuen Anstrich erhalten.

Die Risse im Beton erklärt Martin Hempel so: „Die alte Bausubstanz aus dem Jahre 1946 kann die neuen Lasten nicht tragen.“ Der erste Pfeiler auf der Seite der Firma Fahrner ist bereits saniert. Mit den Arbeiten am dritten Pfeiler auf der Seite Königsburg habe die Baufirma bereits begonnen. Der Mittelpfeiler sollen im kommenden Jahr folgen: „Weil dieser permanent im Wasser steht, muss ein Damm vom Parkplatz an der Fahrner-Seite bis zum Mittelpfeiler aufgeschüttet werden. Dann sollen Wände eingezogen werden, die ähnlich wie eine Spundwand funktionieren. „So legen wir dann den Pfeiler trocken,“ erklärt der Experte.

Am dritten Pfeiler wird in den kommenden Wochen um die alte Bausubstanz eine neue Betonmanschette gelegt. „Die Stahlpfeiler werden sandgestrahlt und vollständig betoniert. So kann zukünftig nichts rosten“, sagt Verwaltungsmitarbeiter Hempel. Für den Rest des Jahres werden die Arbeiten wegen des erhöhten Lennepegel wohl ruhen. Obwohl auch der dritte Pfeiler im Wasser steht, sei dieser besser zu sanieren als der Mittelpfeiler. Hempel: „Dadurch, dass er im Uferbereich liegt, ist er für den Bautrupp leichter zugänglich. Zudem ist er schlanker als der Mittelpfeiler.“

Die Geschwindigkeitsreduzierung von zehn Kilometern pro Stunde für Lastwagen auf der Brücke bleibe. Zudem könne es dazu kommen, dass der Verkehr im kommenden Jahr für zwei Tage halbseitig mit einer Ampelanlage über die Brücke geführt werden müsse. „Wenn wir die Betonbalken sanieren, ist das einfach sicherer,“ sagt der Tiefbauingenieur. Eine Vollsperrung drohe hingegen nicht.

Von Ute Heinze

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