Sanierung Vorthbrücke

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Martin Hempel zeigt den gut zu erkennenden Riss im Mauerwerk des Mittelpfeilers an der Vorthbrücke.

WERDOHL - Wenn die Rahmenbedingungen so gut bleiben wie sie momentan sind, kann die Sanierung der Vorthbrücke in drei bis vier Wochen abgeschlossen werden, prognostizierte gestern Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel. Damit gemeint ist in erster Linie das trockene Wetter und der damit verbundene Wasserstand der Lenne. Sollte Hochwasser einsetzen, könnten die abschließenden Arbeiten nicht ausgeführt werden, da die Baugrube des Mittelpfeilers und der für diesen Zweck aufgeschüttete Arbeitsbereich dann zu weit unter Wasser stünden.

Nach der Sanierung der beiden außenstehenden Pfeiler begannen im September vergangenen Jahres die Arbeiten am Mittelpfeiler der Vorthbrücke. Dazu wurde eine kleine „Insel“ rund um den Fangdamm für die Arbeiter und Maschinen aufgeschüttet. Den Pfeiler trocken zu legen „war aufwändiger als gedacht“, räumte Martin Hempel ein. Ein geologisches Gutachten war davon ausgegangen, dass der Fels zwei Meter unter der Wasseroberfläche anzutreffen wäre. „Tatsächlich liegt er aber einen weiteren Meter tiefer“, berichtete Martin Hempel. Um die Baugrube abgrenzen und von Lennewasser freihalten zu können, mussten die Wände der Baugrube tiefer als erwartet gesetzt und große Pumpen an die Baustelle gebracht werden. „Die vier Pumpen befördern 1000 Kubikmeter Wasser in der Stunde aus der Baugrube. Das ist richtig viel Wasser“, so Martin Hempel. Durch ihren Einsatz wird der Wasserstand in der Baugrube auf 40 Zentimeter abgesenkt, so dass das Erdreich um die Verankerung weiter abgetragen werden kann. „Am Montag werden wir den Pfeiler freigelegt haben“, schätzte er. „Dann kann die erste Betonschicht, ein spezieller Unterwasserbeton, eingebracht werden.“ Wenn das geschafft sei, und das Wetter weiter trocken bleibe, könne mit dem normalen Betonbauverfahren schließlich der Sockel ummantelt werden.

Der Riss im Mittelpfeiler der Brücke, der diesen Sanierungsabschnitt nötig macht, ist deutlich im Mauerwerk zu sehen. Er entstand vermutlich in den Jahren nach dem Brückenumbau Anfang der 1980er Jahre. Die Brücke wurde von einer ein- auf eine zweispurige Fahrbahn vergrößert, das Verkehraufkommen nahm zu, Lastwagen beförderten immer schwerer werdende Transporte, nennt Martin Hempel Gründe, die im Laufe der Zeit zu dem Schaden geführt haben. Für die Sanierung des Mittelpfeilers wurden etwa 230 000 Euro veranschlagt; die Kosten für die gesamte Sanierungsmaßnahme belaufen sich auf 470 000 Euro.

Von Susanne Riedl

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