Sechs Wochen Vollsperrung – 90 Wochen Sanierungszeit

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Die Hangbrücke an der Neuenrader Straße muss laut Straßen.NRW nun doch schnellstens saniert werden. Im kommenden Sommer sollen die Arbeiten beginnen, dann ist zunächst eine sechswöchige Vollsperrung geplant.

WERDOHL ▪ Eine „180-Grad-Kehrtwende des Landesbetriebs Straßen.NRW“ – so formulierte es Bürgermeister Siegfried Griebsch Montagabend – sorgte während der Ratssitzung für Aufregung: Demnach muss die Hangbrücke an der Neuenrader Straße schnellstens und umfangreich saniert werden.

Nachdem der Landesbetrieb noch im März erklärt habe, die Brücke müsse in den nächsten 15 bis 20 Jahren nicht umfangreich saniert werden, habe er just am heutigen Tag eine gegenteilige Mitteilung erhalten, erklärte Griebsch den Ratsmitgliedern. „Bereits im Sommer des kommenden Jahres muss demnach mit der Sanierung begonnen werden“, berichtete der Bürgermeister. Es bestehe laut Straßen.NRW „dringender Handlungsbedarf“, da sich die Hangbrücke in Richtung der Bundesstraße 236 bewege. Aufgrund der Kurzfristigkeit habe er noch keine weiteren Schritte unternehmen können, erklärte Griebsch gestern. Er werde nun kurzfristig mit den Verantwortlichen der Stadt Neuenrade Kontakt aufnehmen. „Wir sind uns der Problematik durchaus bewusst“, betonte er – und verwies auf Fachbereichsleiter Bernd Mitschke, der weitere Einzelheiten benennen konnte.

Dieser erklärte, der Landesbetrieb habe zwei Alternativen bezüglich der Sanierung vorgestellt. „Bei einer kompletten Vollsperrung könnte die Brücke innerhalb von 55 Wochen saniert werden“, berichtete Mitschke. Diese Aussage sorgte bei den Ratsmitgliedern für Entrüstung – und auch Mitschke machte deutlich, dass diese Variante nicht in Frage kommen würde. „Wir haben uns dann über die zweite Alternative unterhalten“, sagte er. Diese sehe vor, die Sanierung innerhalb von 90 Wochen zu Ende zu bringen. „Dadurch würde sich aber die Vollsperrungszeit deutlich verringern lassen“, sagte Mitschke und verwies auf die Sommerferien 2013: „In diesen sechs Wochen könnte voll gesperrt werden.“ Während der übrigen Bauzeit werde die Brücke halbseitig für den Verkehr gesperrt, der dann durch eine Baustellenampel geregelt werde. Je nach Bauzyklus werde der Verkehr mal an der Hangseite und mal an der Talseite entlanggeleitet. Dazu der Bürgermeister: „Der Gedanke, dass die Lastwagen an der Talseite entlang fahren, verursacht mir eine Gänsehaut.“ Auch darüber müsse mit den Verantwortlichen des Landesbetriebes gesprochen werden.

Während Lastwagen während der Vollsperrung einen großen Umweg in Kauf nehmen müssen, könnten Autofahrer die Neustadtstraße nutzen – und sollten das möglichst innerhalb der gesamten Bauzeit tun.

Mitschke berichtete, der Gehweg auf der Brücke würde vermutlich im Zuge der Sanierung noch schmaler werden. Zudem könne es sein, das der Fußweg zum Gasthof Brinker eventuell komplett entfalle. Mitschke: „Wir werden prüfen, in welchem Maße er überhaupt noch frequentiert wird.“ Weiterhin plane Straßen.NRW im Zuge der Sanierung auch eine neue Felssicherung an der Neuenrader Straße.

Auf Anregung von SPD-Ratsherr Jürgen Henke werden die Pläne demnächst im zuständigen Fachausschuss vorgestellt. Henke fragte zudem an, ob im Zuge der Arbeiten auch an den Bau eines Kreisverkehrs gedacht werde. Griebsch erklärte, dass man dieses einplane, wenn eine Einigung mit den betroffenen Firmen erzielt werden könnte: „Auch Straßen.NRW wäre beim Kreisel im Boot.“ ▪ cwi

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