Sanierung des Ahe-Hammers soll dieses Jahr gelingen

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Ursula Mehrfeld von der Stiftung Industriedenkmalpflege stellte die Sanierungspläne für den Ahe-Hammer vor.

Werdohl - Für das Know-How und das Engagement der Stiftungs-Vertreter dankte Siegfried Griebsch, Vorsitzender des Fördervereins Osemund-Denkmal Ahe-Hammer Herscheid-Werdohl, am einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Es wurde ebenso ausführlich wie konstruktiv diskutiert.

Erschienen waren acht der neun Vertreter im erweiterten Vorstand des noch jungen Vereins – darunter auch die beiden Bürgermeister Silvia Voßloh aus Werdohl und Uwe Schmalenbach aus Herscheid. Aus gesundheitlichen Gründen fehlte Alfred Hinsching. Der gelernte Schmied kümmert sich seit rund 50 Jahren um das Industriedenkmal.

Besonders begrüßt wurde eine Abordnung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur aus Dortmund-Huckarde. Gekommen waren deren Geschäftsführer Horst Heinrich, Dr. Marita Pfeiffer und Paul-Walter Georgi sowie Ursula Mehrfeld, Mit-Geschäftsführerin und Sprecherin der Stiftung. Letztere hielt einen umfangreichen Vortrag über den Umbau des Ahe-Hammers und die Stiftung. Diese wurde 1995 vom Land Nordrhein-Westfalen und der damaligen Ruhrkohle AG gegründet. „Sie sind der siebte Verein, der durch uns unterstützt wird“, erklärte Mehrfeld. Seit 2013 ist die Stiftung auch Mitglied der südwestfälischen Industrie-Route „EisenWasserLand“.

Erste Arbeiten am Ahe-Hammer sind im Auftrag der Stiftung durchgeführt worden. Noch in diesem Jahr sollten die kompletten Bauvorhaben abgeschlossen sein, so dass noch 2015 wieder Führungen stattfinden könnten. Die Investitionen haben einen Umfang von gut 300.000 Euro, so Mehrfeld. Die Hälfte dieser Summe trägt die Dortmunder Stiftung. Der Rest, so Mehrfeld, müsse noch akquiriert werden.

Das Überlaufbecken und die Stau-Wehre am Teich wurden erneuert. Dacharbeiten am Hammer wurden erledigt. Als nächstes gingen die Handwerker die Abdichtung des Mauerwerkes an. Dabei wurde festgestellt, dass sich im Teich gut 3000 Kubikmeter Schlamm befinden. Und so wurde die Abdichtung zunächst zeitlich verschoben. Der Schlamm ist mit Sand sowie Kupfer- und Eisen-Sedimenten versetzt. Er muss aus dem Teich, weil der Einlauf durch ihn verschmutzt sei und das Druckvolumen durch den überall liegenden und bremsenden Schlamm gemindert werde.

Da aber erste Kostenvorschläge ergaben, dass alleine die Deponiekosten für einen Kubikmeter Schlamm bei 100 Euro liegen – darin enthalten sind weder das Herausholen noch die Kosten für den Abtransport – wurde entschieden, Lösungen zu finden, bei denen der Schlamm im Teich bleiben und dort modelliertwerden könnte. Zwei Architekturbüros hatten Pläne entworfen, die diese Vorgaben erfüllen. Beide Entwürfe kosten in der Umsetzung gut 80.000 Euro und sind in die genannten Investitionen bereits eingerechnet.

Der erste Plan stammt vom Essener Büro Davids Terfrüchte und Partner. Er sieht vor, den Stau-Teich derart zu gestalten, dass am unteren Damm der Schlamm aufgestaut wird, durch eine Gabiolen-Mauer vom restlichen Wasser getrennt. Der Schlamm werde dann mit Schilf bepflanzt, erläuterte Mehrfeld. Das Architekturbüro Drecker aus Bottrop favorisiert die Idee, den Schlamm in den hinteren Teil des Sees zu verschieben. Dieser verkleinert sich so um rund ein Drittel. Der Schlamm verfestige sich an seinem neuen Standort. Das biete Platz für Besucher, die zudem über einen Holzsteg auf den Teich treten könnten. Bei der anschließenden Diskussion zeigte sich: Beide Entwürfe haben ihre Fürsprecher. Am Ende legte sich Bürgermeisterin Voßloh fest auf die zweite Variante – und dem folgten die Anwesenden im Saal mehrheitlich.

Beitragsordnung beschlossen

Zu Beginn des Abends hatte Vorsitzender Siegfried Griebsch berichtet, dass das Amtsgericht Iserlohn die Ende November 2014 beantragte Eintragung noch nicht quittiert habe. Erst hernach erhalte der Verein eine eigene Gläubiger-ID. Diese sei notwendig, um weitere Mitglieder aufnehmen zu können. Griebsch erklärte weiterhin: „Wenn wir heute die Satzung ändern, so hat mir ein Mitarbeiter des Finanzamtes versichert, wird uns die Gemeinnützigkeit alsbald bescheinigt.“ Schließlich wurde auch die Beitragsordnung ohne Gegenstimmen beschlossen. Demnach zahlen natürliche Personen mindestens 15 Euro im Jahr und juristische Personen mindestens 50 Euro.

Zum Schluss des Abends überreichte der Vorsitzende des Werdohler Heimat- und Geschichtsvereins, Heiner Burkhardt, noch 13 Zeichnungen des Ahe-Hammers an Mehrfeld. Ein Berliner Architekt hatte sie seinem Kollegen aus dem Sauerland gegeben. - Von Michael Koll

www.industriedenkmal-stiftung.de

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