Saisonbedingt mehr Arbeitslose in Werdohl

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Werdohl - „Der Juli bringt den erwarteten saisonbedingten Anstieg.“ So kommentiert Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn, die Arbeitsmarktentwicklung in Werdohl im vergangenen Monat.

So waren Ende Juli 844 Personen ohne Job. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind dies 37 Personen mehr (+4,6 Prozent). Im Vergleich zum Juli des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um 146 Personen. Damals waren 698 Werdohler ohne Job. Somit liegt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr bei 20,9 Prozent. Diese deutliche Zunahme liegt auch am sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenzahl im Mai. Nachdem der Automobilzulieferer Dura sein Werk in Plettenberg Ende April geschlossen hatte, waren davon viele Werdohler betroffen. So erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Monats um 125 auf damals 842 Personen. Nach einer leichten Entspannung im Juni wird diese Zahl saisonbedingt nun sogar noch leicht übertroffen. 

Unter den 844 Personen, die in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit für Werdohl geführt werden, sind 401 Frauen und 443 Männer. 377 in Werdohl lebende Ausländer sind ohne Arbeit. 68 der Menschen ohne Job sind unter 25 Jahren sowie 221 Arbeitslose 55 Jahre und älter. 

Weiterer Anstieg im August 

Für August rechnet Sandra Pawlas mit einem weiteren saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Denn auch in diesem Monat könnten sich junge Fachkräfte nach der Beendigung ihrer Ausbildungen übergangsweise arbeitslos melden. „Aufgrund der robusten Verfassung des Arbeitsmarktes und der hohen Arbeitskräftenachfrage werden Arbeitsuchende aber auch weiterhin gute Chancen auf eine neue Beschäftigung haben. Daher gehe ich davon aus, dass die Arbeitslosigkeit nach den Ferien wieder moderat sinken wird“, sagt die Chefin der Agentur für Arbeit. 

So sei die Nachfrage nach Arbeitskräften mit kreisweit derzeit 5653 offen Stellen für einen Juli weiterhin ungebrochen hoch. Allerdings falle es immer schwerer, diese Stellen zu besetzen, schränkt Pawlas ein, „da Angebot und Nachfrage vielfach nicht zusammenpassen. Die Qualifizierung wird zum Schlüssel zur Fachkräftesicherung“. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sei im Juli ebenfalls leicht gestiegen, befinde sich aber weiterhin auf unauffälligem Niveau. 

Quote steigt auf 7,1 Prozent

Im gesamten heimischen Agenturbezirk, der neben Werdohl noch Neuenrade umfasst, ist Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 43 auf 1157 Personen gestiegen. Das sind 195 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 7,1 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,9 Prozent. Kreisweit waren Ende Juli 14 346 Menschen arbeitslos (+3,2 Prozent). Gegenüber Juli 2018 bedeutet dies einen Anstieg um 1187 Personen.

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