CDU sagt Kooperation mit Gemeinschaftsschule ab

WERDOHL ▪ CDU und WBG haben am Montag im Hauptausschuss gegen die von der Verwaltung befürwortete Kooperation mit der geplanten Gemeinschaftsschule in Neuenrade gestimmt. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse unterlagen damit SPD, FDP und auch Bürgermeister Griebsch.

Die Kooperation sollte eigentlich vorsehen, dass zukünftige Neuenrader Gemeinschaftsschüler nach der zehnten Klasse in die gymnasiale Oberstufe der Werdohler Gesamtschule aufgenommen werden können. Die Stadt Neuenrade braucht für die geplante neue Schulform eine Anbindung an eine Sekundarstufe II in der Nachbarschaft. Da aus Werdohl offensichtlich keine Zustimmung zu erhalten ist, wird vermutlich der Kooperationsvertrag an das Plettenberger Gymnasium gerichtet.

Bürgermeister Griebsch warb im Ausschuss dafür, der Kooperation zuzustimmen.

CDU-Sprecher Ohrmann sah das ganz anders: „Der Rat sollte massiv dagegen intervenieren, weil das die Realschule gefährdet.“ Christoph Plassmann (CDU) unterstützte Ohrmann. Ein Erfolg der Gemeinschaftsschule Neuenrade bedeute einen Misserfolg für den Schulstandort Werdohl. Wenn er es ganz schwarz sähe, würden durch die Gemeinschaftsschule Neuenrade Realschule und Hauptschule in Werdohl überflüssig.

Für die SPD argumentierte Fraktionsvorsitzender Böttcher: „Ich verspreche mir mehr Schüler in Werdohl, weil die zusätzlich die Gesamtschule besuchen werden.“ Er hob die Debatte auf die parteipolitische Ebene. An die CDU gewandt: „Sie sehe gar nicht, wie ihnen die Leute aus dem dreigliedrigen Schulsystem weglaufen.“ Das Zwei-Säulen-Modell sei die Zukunft.

WBG-Fraktionschef Mertens sah sich auf einer Linie mit der CDU, während FDP-Sprecher Hermes „ganz pragmatisch ja“ sagte. Er warf der CDU vor, mit „absurden Zahlen ein Gefährdungspotenzial aufzubauen.“

Volker Heyn

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