Das sagen Werdohler Politiker zum Fall Maaßen

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Hans-Georg Maaßen

Werdohl - „Ich bin verärgert.“ Stefan Ohrmann, der Vorsitzende der Werdohler CDU-Fraktion, kann die Vorgänge um Hans-Georg Maaßen, den umstrittenen Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, in keiner Weise nachvollziehen.

„Wir hier an der Basis suchen ständig Leute, die sich engagieren“, sagt Ohrmann. Angesichts wachsender Politikverdrossenheit werde es ohnehin zunehmend schwieriger, Ehrenamtler zu finden, die sich auf kommunaler Ebene einbringen wollen. Der Fall Maaßen trage nun erheblich dazu bei, diese Politikverdrossenheit kräftig zu schüren. „Wenn er etwas falsch gemacht hat, dann muss er seinen Posten räumen“, unterstreicht der Fraktionsvorsitzende. Dass Maaßen nun befördert werde, damit die Koalition nicht platze, das könne kein Mensch mehr nachvollziehen. „Ich distanziere mich ganz klar von diesem Vorgang“, erklärt Ohrmann. 

"Ein ganz fauler Kompromiss"

„Ich halte diese Geschichte für einen ganz faulen Kompromiss“, sagt der heimische SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen. Maaßen habe sich nicht nur quasi mit der AfD solidarisiert, er habe auch im Vorfeld schon viele Fehler gemacht. Der Jobwechsel des CDU-Politikers diene jetzt nur dazu, Horst Seehofer im Amt zu halten. „Es ist ein Hohn, dass Maaßen nun noch befördert wird“, so Jansen. Er ist überzeugt: Sollte die CSU bei der Wahl in Bayern nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, hätte das nicht nur für Seehofer Konsequenzen. „Auch Maaßen würde dann erneut zur Diskussion gestellt.“ 

"Ich finde das Ganze unglaublich"

„Ich finde das Ganze unglaublich“, stellt der WBG-Fraktionsvorsitzende Volker Oßenberg fest. Er könne nur darüber staunen, dass jemand befördert wird, der sich offensichtlich einen groben Fehler geleistet hat: „Hat sich Maaßen etwas zu Schulden kommen lassen, dann muss er gehen.“ Auch Oßenberg ist der Ansicht: „Da waren sich nur alle einig, damit die Koalition nicht platzt.“ 

"Entschlossenes Handeln geht anders"

Auch Alexander Lilienbeck, Fraktionsvorsitzender der Werdohler FDP, kann nicht verstehen, warum Maaßen weiterhin ein hohes Amt ausüben und mehr Geld verdienen darf, wenn er „das Vertrauen doch einmal enttäuscht hat“. Der FDP-Politiker spricht von einem typischen GroKo-Kompromiss, bei dem drei Parteien den kleinsten gemeinsamen Nenner finden mussten. „Entschlossenes Handeln geht anders. Das ist dem Bürger nicht mehr zu vermitteln“, kritisierte Lilienbeck.

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