Sänger hoffen auf Neulinge

Manfred Kehr, Friedhelm Anders und Heinz Bendick (von links) stoßen auf das Gelingen des Silvestersingens im oberen Versetal an. -  Foto: Kanbach

WERDOHL - Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind – eine knappe Woche später ziehen auch die Silvestersänger wieder durch das obere Versetal, um den Menschen das alte Jahr ab- und das neue Jahr anzukündigen. Zum inzwischen 135. Mal, so weiß Manfred Kehr, einer der Mitorganisatoren dieses schönen Brauches, „ziehen wir am 31. Dezember von Haus zu Haus, klingeln und erfreuen die Menschen mit unserem Gesang.“

Normalerweise machen sich rund 30 Männer auf den Weg; zuletzt allerdings „waren wir gerade mal knapp über 20“, sodass sich die Organisatoren über „frisches Blut“ im Sängerkreis freuen würden. Wer beispielsweise aus dem Kreis der Neubürger mitmachen möchte: Treffpunkt ist Silvester um 15.30 Uhr in der Gaststätte Altenmühle. Dort findet – wie man so schön sagt – ein kurzes Ansingen statt, bevor es in Gruppen zu den rund 80 Haushalten geht. Geklingelt wird überall dort, wo Licht brennt.

Ein Teil der Männer macht die Tour durch Altenmühle, Rotenhohl und Bärenstein, andere sind in Oberborbecke und Fischersverse unterwegs. Danach geht es gemeinsam in die Borbecke. Am großen Stück und an der Selvestraße. Dort dürften sie genauso herzlich empfangen werden, wie im Tal. Und immer wieder erklingt nur das eine Lied: „Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jesus Christ, dass du in mancherlei Gefahr uns behütet hast in diesem Jahr. Guten Abend in diesem Haus. Wir wünschen euch, euch wünschen wir ein glückseliges neues Jahr. Prost Neujahr!“

Natürlich hat diese Aktion, die sich in der Gründerzeit der Silvestersänger schon mal bis kurz vor dem Jahreswechsel hinziehen konnte, nicht nur einen unterhaltenden Zweck. Neben dem einen oder anderen kleinen Getränk, das den Sangesbrüdern angeboten wird, werden Geldspenden für den ebenfalls traditionellen Wurst-rummel gesammelt und Anmeldungen für diesen Abend entgegengenommen. Am Ende, so weiß Kehr, liegt die Zahl der Teilnehmer meist bei etwas über 100.

Stattfinden soll der Wurst-rummel am 18. Januar 2014 ab 19 Uhr in der Gaststätte Altenmühle. Bewirtet werden die Gäste zum letzten Mal von Heidi und Eugen Brüchle. Ob die Gaststätte danach einen neuen Pächter bekommt, ist aus Sicht des Wirtepaares offen. In jedem Fall wollen beide noch einmal alles geben, um die Besucher zufrieden zu stellen – und dazu gehören natürlich auch 37 Kilogramm Mettwürstchen, 20 Kilo Sauerkraut mit weißen Bohnen sowie 30 Kilo Kartoffeln.

Von Rainer Kanbach

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