Sachverhalt für das Gericht eindeutig

Mit der Justiz ist ein Paar aus Werdohl in Konflikt geraten.

WERDOHL ▪ Auch beharrliches Abstreiten konnte ein Werdohler Paar am Donnerstag nicht vor ordentlichen Strafen bewahren. Das Duo musste sich vor dem Amtsgericht Altena wegen Fahrens ohne Führerschein und Dulden des Fahrens ohne Führerschein verantworten. Das Urteil am Ende: 2 250 Euro Geldstrafe und acht Monate Führerscheinsperre für den 31-jährigen Mann. Seine Frau kassierte eine Geldstrafe in Höhe von 250 Euro.

Laut Vorwurf war der 31-jährige Angeklagte am 5. November vergangenen Jahres mit einem BMW auf der Neuenrader Straße unterwegs gewesen, als er plötzlich in einer Rechtskurve auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und mit einem entgegenkommenden Porsche zusammen stieß. Dabei gab es seinerzeit laut Polizeibericht zwei Leichtverletzte und rund 10 000 Euro Sachschaden.

Das Problem: Der Fahrer war nicht im Besitz eines Führerscheins. Seine 29-jährige Frau, so die Staatsanwaltschaft, soll es zugelassen haben, dass der Angeklagte sich hinters Steuer setzt, obwohl sie genau wusste, dass er das nicht darf.

„Gefahren ist meine Frau”, so hatte der Angeklagte bereits bei der Unfallaufnahme bei der Polizei angegeben, und so wiederholte er es Donnerstag vor Gericht. Der Werdohler erklärte, dass die Tür seiner Frau nach dem Zusammenstoß beider Fahrzeuge nicht mehr aufgegangen sei. Daraufhin sei er im Auto auf die Fahrerseite geklettert, nachdem sich seine Frau auf die Rückbank gequetscht hatte. Mit der Schulter habe er dann die Tür aufgestoßen und somit der Frau das Aussteigen ermöglicht.

Nach dieser Einlassung stellten sich dem Gericht gleich mehrere Fragen. Zum einen konnten sich sowohl Staatsanwaltschaft als auch Richter nicht erklären, warum der Angeklagte nicht einfach durch die heile Beifahrertür ausgestiegen war und die andere Tür von außen geöffnet hatte. Darüber hinaus konnten sich die Beteiligten nur schwer vorstellen, dass eine Frau, die erst drei Wochen zuvor einen Kaiserschnitt hatte vornehmen lassen, in der Lage war, auf die Rückbank zu klettern. Aber die Angeklagten behaarten trotzdem weiterhin auf ihrer Darstellung des Tathergangs.

Dann betrat ein 51-jähriger Mann den Zeugenstand. Und seine Aussage überzeugte das Gericht schließlich von der Schuld des Paares. Der Kraftfahrzeug-Mechaniker erklärte, er habe sich in unmittelbarer Nähe des Unfalls aufgehalten und gesehen, dass ein Mann am Steuer des BMW gesessen habe. Von der Statur her konnte es sich dabei gut um den Angeklagten gehandelt haben. Auch diese Aussage war seinerzeit schon von der Polizei zu Protokoll genommen worden.

Da der 31-jährige Unfallfahrer ja bereits zugegeben hatte, sich im Auto befunden zu haben, benötigte das Gericht keine weiteren Beweise.

„Zur Überzeugung des Gerichts steht fest, dass der Angeklagte gefahren ist“, so der Richter schließlich in seiner Urteilsbegründung. Nun liegt es an dem Paar, ob es das Urteil anfechten oder akzeptieren will.

Jana Peuckert

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