Gotteshaus aufgegeben

Rund fünf Monate nach der Entwidmung: So geht es mit der Kreuzkirche weiter

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Die ehemalige Kreuzkirche auf der Königsburg: Nach der Entwidmung möchte die Evangelische Kirchengemeinde sie gerne verkaufen, aber auch ein Abriss ist noch Option.

Werdohl - Ein Abriss ist nur die letzte Option: Die Evangelische Kirchengemeinde muss bald entscheiden, was aus der Kreuzkirche werden soll. Über die Zukunft des kirchlichen Inventars sind dagegen schon viele Entscheidungen gefallen.

Seit rund fünf Monaten ist die ehemalige Kreuzkirche auf der Königsburg nur noch eine Immobilie, ein Bauwerk aus Stein und Stahl, Holz und Glas. Die Evangelische Kirchengemeinde hat das Gotteshaus aufgegeben, weil es nicht mehr benötigt wird. Jetzt steht sie vor der Entscheidung, was aus dem gut 50 Jahre alten Gebäude werden soll. Für den Pfarrer und Presbyteriumsvorsitzende Dirk Grzegorek steht fest: „Von einem Käufer verlangen wir ein nachhaltiges Konzept für die Folgenutzung. Sonst würden wir die Kirche lieber abreißen lassen.“ Dahinter steckt die Befürchtung, ein neuer Besitzer könnte das Gebäude nach kurzer Zeit verwaist zurücklassen. Diesen Anblick möchte das Presbyterium den Gemeindegliedern ersparen. 

Vor einigen Wochen schon hat die Gemeinde die entwidmete Kirche über einen Werdohler Immobilienmakler zum Kauf angeboten. Darauf haben sich nach Angaben von Pfarrer Grzegorek auch einige Interessenten gemeldet. Die hatten ganz unterschiedliche Vorstellungen, was sie mit der ehemaligen Kirche anfangen wollen: Wohnraum zu schaffen oder eine Wohngruppe der Jugendhilfe einzurichten waren nur zwei Ideen. „Es gab auch eine lose Anfrage für eine gastronomische Nutzung“, berichtet Grzegorek. All das habe sich aber zerschlagen. Verblieben sei noch ein Interessent. 

"Ernsthafte" Gespräche

„Der scheint aber ernsthaftes Interesse zu haben“, sieht Grzegorek gute Chancen, mit dem Investor, der „nicht aus der heimischen Region kommt“, handelseinig zu werden. Die Gemeinde stehe mit ihm nun in fortgeschrittenen Gesprächen. „Es sieht so aus, dass wir um einen Abriss herumkommen“, glaubt der Pfarrer, dass auch das Konzept des potenziellen Kirchenkäufers mit den Vorstellungen der Kirchengemeinde in Einklang zu bringen ist. 

Die Abbruchbagger anrollen zu lassen, ist nach Grzegoreks Worten zwar nur die letzte Möglichkeit, aber die Gemeinde wäre auch darauf vorbereitet. „Die Angebote liegen vor“, gibt Grzegorek zu verstehen, dass diese Option noch nicht vom Tisch ist. Eine lange Hängepartie wird es so oder so nicht geben. Über den Sommer soll die Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes fallen. Was aus dem Kircheninventar wird, haben die Gremien der Gemeinde dagegen schon weitgehend entschieden. Gerade erst hat die Gemeinde die Orgel, die die Dresdner Firma Jehmlich 1968 eingebaut hat, verkauft. „Sie geht nach Polen“, hat Pfarrer Grzegorek verraten. „Dort wissen wir das Instrument gut aufgehoben. Es wird in einem anderen Gotteshaus für die musikalische Begleitung von Gottesdiensten benutzt“, sagte er. Und mit dem erzielten Preis sei die Werdohler Gemeinde auch zufrieden. 

Einrichtungsgegenstände bleiben in Werdohl

Andere Einrichtungsgegenstände der ehemaligen Kreuzkirche bleiben in Werdohl. Das Mobiliar der Sakristei beispielsweise zieht in die Evekinger Friedenskirche um, Schränke aus dem Gemeindehaus der Kreuzkirche wandern ins Gemeindehaus der Friedenskirche. Der Altar und das Taufbecken, beide aus Anröchter Dolomit gefertigt, könnte sich Grzegorek als Ensemble neben der Christuskirche in der Innenstadt vorstellen. 

Abnehmer sucht die Gemeinde noch für Kirchenbänke. Für einige gibt es laut Grzegorek schon Interessenten, etliche sind aber noch zu haben. „Auch für Privatleute, die zuhause Platz genug haben, so etwas aufzustellen“, sagt der Pfarrer, der ein offenes Ohr für Angebote für die Sitzmöbel aus Holz und Stahl hat.

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