Ruhiger Informationsabend - Bürger besorgt und ängstlich

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Die Wortmeldungen derjenigen, die ihre Ängste äußerten, waren eindeutig in der Überzahl gestern Abend. Allerdings fanden sie nicht so viel Beifall wie diejenigen, die zu einem offenen Umgang mit den Flüchtlingen aufriefen und für ein Kennenlernen einluden.

Werdohl - Die Zahl derjenigen, die Flüchtlinge in Werdohl willkommen heißen, war bei der Informationsveranstaltung der Stadt Mittwochabend in der Aula der Realschule deutlich in der Mehrheit.

Das ließ sich an Wortmeldungen und vor allem am unterstützenden Applaus feststellen. Es gab auch zum Teil mehrfache Beiträge einzelner, die ihre Angst vor alleinstehenden männlichen Flüchtlingen und eingehend damit befürchtete Kriminalität äußerten. An der Deipschlade will die Stadt eine ehemalige Gemeinschaftsunterkunft so wiederherstellen, dass dort bis zu 80 einzelne Männer untergebracht werden können.

Rund 70 Bürger hörten sich zwei Stunden die Erklärungen der Verwaltung mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh an der Spitze an. Voßloh und auch den beiden Fachbereichsleitern Bodo Schmidt und Michael Grabs auf dem Podium war deutlich anzuhören, dass sie allesamt gesundheitlich angeschlagen waren. Dennoch standen sie den Bürgern geduldig und ruhig Rede und Antwort.

Eine fast einstündige Diskussion entzündete sich an der Tatsache, dass die Stadt an zwei Tagen die Woche einen Reinigungsdienst in die Gemeinschaftsunterkunft im Winkel schickt. Viele hatten dafür kein Verständnis. Bodo Schmidt und Michael Grabs erklärten gebetsmühlenartig, warum die Stadt Werdohl nicht anders handeln könne.

Fachbereichsleiter Grabs stellte klar, dass die Stadt trotz der ansteigenden Anzahl auf bis zu 500 Flüchtlingen in 2016 keinen Mehraufwand im Vergleich zu früher haben werde. Wegen der besseren Refinanzierung durch das Land bliebe der Eigenanteil der Stadt in etwa gleich, obwohl jetzt viel mehr Menschen untergebracht würden. Vorher habe das Land die Stadt im Stich gelassen.

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