Die Rucksackgruppe kocht gemeinsam

Gemeinsam bereiteten Anna Schmidt (vorn) und Alexandra Lavric polnische Pierogi zu. - Foto: Peuckert

Werdohl - Großzügig bestreicht Carola Özyener den Teig mit Fruchtmarmelade. Dann schiebt Neslihan Günes die kroatischen Croissants in den Ofen. Die beiden Frauen gehören zur Rucksackgruppe der Kita St. Michael. Diese traf sich jetzt in der Küche der VHS, um internationale Spezialitäten zu kochen.

Im Rahmen des Rucksackprojektes des Integrationszentrums Lüdenscheid, treffen sich die Frauen jeden Donnerstag für zwei Stunden, erklärt Elternbegleiterin Claudia Jabsen. Die Frauen bekämen Aufgaben auf, die sie mit ihren Kindern erfüllen. „Dadurch beschäftigen sich die Mütter mit ihren Kindern und die deutsche Sprache wird gefördert“, so Jabsen.

Durch eine Kooperation mit der VHS trafen sich die Gruppenmitglieder jetzt zum gemeinsamen Kochen in der Küche der VHS. Die türkisch-, polnisch-, italienisch- und kroatischstämmigen Frauen hatten im Vorfeld Rezepte landestypischer Gerichte herausgesucht, dann die Zutaten besorgt und zum Treffen mitgebracht.

Und so kam der Speiseplan mit türkischem Kismir-Salat, Eiersalat, Kartoffelsalat und Gözleme, italienischem Tiramisu, polnischen Pierogi, kroatischen Croissants und einem deutschen Beerentraum sehr vielseitig daher. Die Frauen nutzten die Gelegenheit, sich so gut es ging über verschiedene Kochweisen auszutauschen. Für die Zubereitung der türkischen Gözleme hatte eine Frau sogar ein spezielles Gerät, ähnlich einem Crepemaker, mitgebracht. Beim Herstellen der Teigware schauten ihr die anderen Frauen genau auf die Finger. Sie beobachteten, wie der Hefeteig zunächst zu Ballen geformt und dann mit einem langen Stock platt gedrückt wurde. Dann wurde der Teig wieder zusammengerollt und stehen gelassen. Schließlich wurde die Masse abermals ausgerollt und bekam eine Käsefüllung. Anschließend kamen die Fladen auf das Gerät – fertig.

Für die polnischen Pierogi hatte eine Teilnehmerin einen Käse mitgebracht, den es nur sehr schwer in Spezialitätengeschäften zu kaufen gibt.

Zwischendurch gönnten sich die Frauen ein Glas Tee aus dem Samowar. Dabei füllten sie zuerst aus dem oberen Teil des Samowars Teesud ins Glas. Je nach gewünschter Stärke des Getränks füllten sie den Rest des Glases mit Wasser aus dem unteren Samowar-Teil auf.

Schließlich waren die Gerichte fertig und die Frauen fanden sich an einer langen Tafel zum gemeinsamen Essen ein. Sabine Schmidt, Kursleiterin der VHS, begleitete die Veranstaltung. „Nachher bekommen die Frauen noch eine Hausaufgabe auf“, verriet sie. Die Teilnehmer sollen ihr Rezept auf einem DIN-A 5 Blatt aufschreiben. Die Blätter würden gesammelt und in einem Heft zusammengefasst. „Am Ende soll jede Frau ein Heft bekommen“, so Schmidt.

Von Jana Peuckert

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