In der Roten Schule soll ein Sozialzentrum entstehen

Das Plettenberger Sozialzentrum „Allerlei“ dient als Vorbild für die Planungen in Werdohl. Die Aufnahme entstand bei einem Weihnachtskaffeetrinken für alle Gäste des „Allerlei“.

WERDOHL ▪ Die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl und das Diakonische Werk Lüdenscheid/Plettenberg wollen in der früheren evangelischen Grundschule an der Schulstraße ein so genanntes Sozialzentrum einrichten. Der Hauptausschuss soll dazu in der kommenden Woche eine erste Entscheidung treffen.

Eine Vorlage für die Sitzung gibt es noch nicht, die Initiatoren möchten gern mit der Stadt einen Vertrag über die Nutzung der leer stehenden „Roten Schule“ in der Stadtmitte abschließen. Erste Gespräche dazu seien bereits geführt, die Stadtverwaltung habe sich grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen. Jetzt gelte es, die Modaliäten auszuhandeln und die Zustimmung der Politik zu bekommen.

Alle Angebote in Werdohl

zusammen in einem Haus

Zu Beginn des Jahres entstand in der Kirchengemeinde die Idee, im Rahmen der Gemeindekonzeption die vielen sozialen und diakonischen Aktivitäten im Bereich der Kirche zu bündeln. Presbyter Lothar Jeßegus „Wir wollen alles in einer Art Netzwerk zusammenführen und glauben, dass der Bedarf an diesen Angeboten noch weiter steigen wird.“ Gradmesser dieser Einschätzung ist die Werdohler Tafel, die immer mehr nachgefragt wird und die natürlich auch in das neue Zentrum einziehen soll. Angeboten werden soll diakonische Arbeit am Nächsten im klassischen Sinn: Möglichkeiten zu Gesprächen anbieten, Versorgung mit Essen, Mahlzeiten, gebrauchtem Haushaltsbedarf und Möbeln.

Längere Zeit habe die Suche nach einem geeigneten Ort gedauert, so Jeßegus.

Vorbild ist das Plettenberger Sozialzentrum „Allerlei“, betrieben vom Diakonischen Werk. Bei der Tafel arbeiten Kirchengemeinde und DW schon lange erfolgreich zusammen, deshalb soll auch das Werdohler Sozialzentrum mit dem DW entwickelt werden. In einer Arbeitsgruppe sitzen für die Kirche die Presbyter Lothar Jeßegus und Uwe Röther zusammen, für die Diakonie sind DW-Leiter Hans-Jürgen Vormschlag und die von der Tafel-Arbeit in Werdohl bekannte Heike Schäfer delegiert.

Das Sozialzentrum Plettenberg wird seit mehreren Jahren erfolgreich betrieben. Es wurde in einem früheren Getränkehandel errichtet, ist mit Café, Trödelladen, Tafelausgabe und Möbeln von der Bevölkerung akzeptiert. Die Arbeit wird dort von vielen Ehrenamtlichen geleistet, es muss aber auch eine feste Kraft die Fäden im Zentrum zusammenhalten. Das soll auch in Werdohl so sein, jemand müsse eventuell auf 400-Euro-Basis dort angestellt werden.

Das Plettenberger Zentrum trage sich nach der Startphase wirtschaftlich selbst. Einnahmen werden aus Verkäufen im Trödelladen und aus den Mahlzeiten erzielt. In Plettenberg ist durch einen Sponsor eine sehr gute Küche eingebaut worden, dort werden regelmäßig bis zu 80 Mahlzeiten ausgegeben.

Von Volker Heyn

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