Rosmart: Treffen aller Räte „Halbwissen“ aufräumen

Weil das Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet Rosmart sehr prompt abgerechnet wurde, musste Werdohl vergangenes Jahr keine Kosten aus der Patronatserklärung übernehmen. In diesem Jahr könnten 315 000 Euro anfallen, falls nichts vermarktet wird.

WERDOHL ▪ Eine außerordentliche gemeinsame Ratssitzung der Gremien aus Werdohl, Altena und Lüdenscheid ist für den 1. März in Lüdenscheid angesetzt. Einziges Thema: Informationen zum wirtschaftlich problematischen Gewerbegebiet Rosmart.

So ein Treffen gab es noch nie. Ausschlaggebend war Kritik aus dem Werdohler Rat, die einerseits eine professionelle externe Geschäftsführung fordert und andererseits Angst vor einer Ausgleichszahlung artikuliert. Die Märkischer Gewerbepark Rosmart GmbH wird geleitet vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Andreas Hollstein, dem Altenaer Bürgermeister. Die Geschäftsführung haben die Wirtschaftsförderer der drei Stadtverwaltungen Bernd Mitschke (Werdohl), Uwe Krischer (Altena) und Edgar Weinert (Lüdenscheid).

Hollstein nimmt die Geschäftsführung in Schutz: „Die machen alle drei einen guten Job.“ Namentlich nannte er Bernd Mitschke, der nach Hollsteins Auffassung durch den Werdohler Rat kritisiert worden sei. „Ich finde das unfair, wie da mit ihm umgegangen wurde.“ Hollstein hält nichts von einer externe Geschäftsführung. Die Überlegung sei nicht neu: „Wir haben uns schon von Profis beraten lassen.“ Die Nachfrage stamme zu 80 bis 90 Prozent aus der Region. Hier seien die drei Geschäftsführer die kompetentesten, weil lokalen Ansprechpartner. Hollstein: „Ich persönlich sehe zum derzeitigen Zeitpunkt im Einsatz eines externen Geschäftsführers keinen nachhaltigen Sinn.“

Bei der Ratssitzung solle mit dem „Halbwissen“ mancher Ratsleute aufgeräumt werden, so Hollstein. Danach seien alle Entscheidungsträger der drei Städte auf aktuellem Stand. Hollstein begrüßte die Idee einer gemeinsamen Ratssitzung, die aus Werdohl kam: „Hätten wir vielleicht schon vorher machen können.“

Die Überlegung aus dem Werdohler Rat, die Grundstückspreise zu senken, weist Hollstein ganz entschieden zurück. Erstens seien die Preise angemessen, zweitens habe das unmittelbare Folgen für die Kommunen: „Wenn wir die Preise auf Dumping-Niveau absenken, müssen das die drei Städte sofort bezahlen.“

Im vergangenen Jahr mussten die Städte finanziell nicht für Rosmart einspringen. Weil sich die Firma Mekon ansiedelte und ein Regenrückhaltebecken prompt abgerechnet worden sei, so Bernd Mitschke, war keine Zahlung aus der Patronatserklärung fällig. Für 2012 kann das anders aussehen: Wenn nichts vermarktet wird, muss Werdohl 315 000 Euro ausgleichen. Das sei aber der „worst case“, so Mitschke.

Welche tatsächlichen Vermarktungschancen in 2012 bestehen, können weder Mitschke noch Hollstein sagen. Mitschke: „Wir verhandeln mit Unternehmen,“ Hollstein: „Es werden ganz fruchtbare Gespräche bis hin zu Bauvoranfragen geführt.“

Von Volker Heyn

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