Rosmart kostet 24 Millionen Euro: Erschließungskosten werden 2024 abgerechnet

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Im Gewerbepark Rosmart wird die Richard-Schirrmann-Straße errichtet, 2024 soll das Gewerbegebiet vollgelaufen und mit den Städten abgerechnet sein. Jetzt wird nach neuen Flächen südlich von Rosmart gesucht, weil die Industrie Platz braucht.

Werdohl - Die in dieser Zeitung verbreitete Nachricht, das im Gewerbepark Rosmart etwa drei Viertel der Flächen verkauft seien, stieß auf Interesse während der Sitzung des Hauptaussschusses.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen nutzte die Gelegenheit, der WBG einen Stich mitzugeben. Er sei doch sehr froh, so Jansen, dass die Mehrheit des Rates damals gegen die WBG gestimmt habe, die sich gegen eine Beteiligung am Gewerbepark ausgesprochen hatte. In der vorherigen Wahlperiode war es auch immer wieder der frühere WBG-Fraktionsvorsitzende Willibald Mertens, der sich gegen steigende Kosten bei der Erschließung der Gewerbeflächen ausgesprochen hatte. Wie berichtet, hatte es lange Zeit gedauert, bis so viel Schwung wie heute in die Vermarktung gekommen war. 

Auch WBG freut sich über Vermarktung 

WBG-Ratsmitglied Ulrich Hüsmert antwortete direkt auf Jansen und stellte für seine Fraktion fest, dass man sich ebenfalls sehr über die Vermarktung auf den Höhen freue. Hüsmert ist Mitglied des Aufsichtsrates des Gewerbeparks und sagte, dass auf Rosmart zwei Drittel der Flächen belegt seien. Diese Freude konnte er aber nicht stehen lassen, sondern machte auf das Defizit aufmerksam, das schätzungsweise in 2024 auf die drei Städte Lüdenscheid, Altena und Werdohl zukomme. 24 Millionen Euro nicht erstattungsfähige Erschließungskosten müssten von den drei Städten beglichen werden. 

Verteilungsmodus muss noch geklärt werden 

Neu ist diese Nachricht nicht, allerdings hatte der federführende MGR-Geschäftsführer Holger Moeser aus Lüdenscheid diese Zahl nicht nennen wollen. Diesen 24 Millionen Euro stehen Einnahmen aus der Gewerbesteuer der auf Rosmart ansässigen Betriebe gegenüber. Erste Steuern sind bereits auf ein gemeinsames Konto einbezahlt, am Modus der Verteilung auf die drei Städte werde noch gearbeitet. Auf lange Sicht, so meint Holger Moeser, würden die Erträge aus dem Gewerbegebiet die Kosten der Erschließung mehr als ausgleichen. 

Im öffentlichen Teil der Sitzung hatte der Hauptausschuss in einer Dringlichkeitsentscheidung 6000 Euro für die Beteiligung an einer Machbarkeitsstudie „Interkommunaler Suchraum südlich Rosmart“ bewilligt. Planer gehen davon aus, dass es nach dem Volllaufen von Rosmart nicht genügend freie Gewerbeflächen für die steigende Nachfrage der Industrie gebe. Gutachter hatten ermittelt, dass für den ganzen Märkischen Kreis bis 2035 ein Flächenbedarf von circa 560 Hektar bestehe. Demgegenüber stehen nutzbare Flächenreserven von etwa 380 Hektar. 

Studie: Alle drei Städte sind beteiligt 

In der Machbarkeitsstudie sollen Flächen südlich des bestehenden Gewerbegebiets untersucht werden. Beteiligt sind alle drei Städte. Wenn das Gewerbegebiet erweitert werden kann, soll die Bezirksregierung den Regionalplan entsprechend ändern.

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