Rosmart: Keinesfalls 24 Millionen Euro Defizit

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Die drei Geschäftsführer der Märkischer Gewerbepark Rosmart GmbH Andreas Haubrichs (links), Sara Schmidt und Holger Moeser äußern sich nicht konkret zu der Summe, die nach Abwicklung der MGR als Defizit für die drei Städte übrig bleibt. 24 Millionen seien es allerdings auf keinen Fall.

Werdohl - Der WBG-Ratsherr Ulrich Hüsmert hatte während der jüngsten Sitzung des Hauptaussschusses behauptet, das nach Abwicklung der Rosmart-GmbH in sechs Jahren 24 Millionen Euro Defizit für die drei Städte übrig blieben. Nach Informationen dieser Zeitung hat die Rosmart-Gesellschaft MGR tatsächlich aktuell knapp fünf Millionen Euro Defizit, in einigen Jahren dürfte die Zahl noch kleiner ausfallen. Hüsmert, der Aufsichtsratsmitglied der MGR ist, hat seine Defizit-Berechnung für unsere Zeitung verdeutlicht und bleibt bei seiner Zahl.

Die Märkischer Gewerbepark Rosmart Gmbh wird durch die drei Geschäftsführer Andreas Haubrichs (Werdohl), Holger Moeser (Lüdenscheid) und Sara Schmidt (Altena) vertreten. Gesellschafter sind die drei Städte und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Haubrichs und Moeser wollen keine konkreten Zahlen nennen, die Höhe des Defizits sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Allerdings gehen beide davon aus, dass das Defizit später sehr deutlich unter den von Hüsmert bezifferten 24 Millionen Euro liege.

Diese von Hüsmert genannte Zahl lässt sich auch nicht dem unserer Zeitung vorliegenden Jahresabschluss 2016 der MGR entnehmen. Demnach hatte die MGR vor zwei Jahren ein Vermögen von 16,2 Millionen Euro. Das Vermögen besteht aus einem Guthaben und den noch nicht verkauften Flächen im Gewerbepark. Dem gegenüber standen 19,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten und 1,5 Millionen Euro für die Rücklage. Unterm Strich blieben 2016 also 4,697 Millionen Euro als Minus übrig, die nicht durch Eigenkapital gedeckt waren.

Aktuell 4,697 Millionen Euro Deckungslücke

Logisch ist, dass sich bei einem weiteren Verkauf der Flächen die Summen bei Vermögen und Verbindlichkeiten verringern werden. Dazu Andreas Haubrichs: „Niemand kann voraussagen, wann das letzte freie Grundstück auf Rosmart verkauft ist und sich die MGR auflösen kann.“ Für die Geschäftsführung der Rosmart-Gesellschaft könne er jedenfalls sagen, dass man nicht wisse, wie das Aufsichtsratsmitglied Hüsmert auf ein Defizit von 24 Millionen Euro komme.

Auf Nachfrage der Redaktion blieb Hüsmert bei einer Deckungslücke von 24 Millionen Euro. Auch er bezieht sich auf den Jahresabschluss 2016 der MGR, interpretiert ihn aber anders. Hüsmert rechnet die Verbindlichkeiten von 19,4 Millionen Euro und die zum Stichtag aufgelaufenen Verluste von 4,4 Millionen Euro zusammen und kommt so auf 23,8 Millionen Euro Defizit. Das Vermögen der MGR verringere sich in jedem Jahr um die Flächenverkäufe, in den Jahren 2015 und 2016 waren dies zusammen etwa 1,7 Millionen Euro Verlust.

Aufsichtsratsmitglied Hüsmert hatte auch davon gesprochen, dass etwa zwei Drittel der Flächen verkauft seien. Dem widersprach Geschäftsführer Haubrichs: „Aus unserer Sicht sind es drei Viertel der Flächen.“

Die drei Städte sind unterschiedlich an der Rosmart-Gesellschaft beteiligt, Werdohl hält gerade mal ein Fünftel (20,29 Prozent), Lüdenscheid hat 34,78 Prozent und Altena ist mit 41,55 Prozent beteiligt. Der Kreis-Anteil über die GWS ist mit 3,38 Prozent marginal. Bliebe es bei einem Defizit von knapp fünf Millionen Euro, müsste Werdohl am Ende der Tage einmalig eine Million Euro übernehmen. 

Dem gegenüber stehen in jedem Fall über Jahre Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die diesen möglichen Defizitbeitrag um ein Vielfaches übertreffen werden.

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