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Paukenschlag: Werdohler SPD will aus Rosmart 2.0 aussteigen

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Von: Thomas Bender, Volker Griese

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Grün statt Gewerbe: Die SPD fürchtet nun auch zu massive Eingriffe in die Natur.
Grün statt Gewerbe: Die SPD fürchtet nun auch zu massive Eingriffe in die Natur. © Carsten Engel

Kreisgebiet – Kehrtwende bei der SPD in Werdohl: Sie will das Gewerbegebiet auf Rosmart plötzlich nicht mehr erweitern - und bringt die Mehrheit für das umstrittene interkommunale Projekt mit Altena und Lüdenscheid zum Wackeln.

Die Werdohler SPD hat erhebliche Vorbehalte gegen das geplante Gewerbegebiet Rosmart 2.0. In einer Hauptausschusssitzung am Montagabend sprachen sich die Sozialdemokraten der Nachbarstadt dafür aus, die Planungen für die Erweiterung des Gewerbeparks Rosmart nicht weiter zu verfolgen. 

„Viele Gespräche, Besuche bei der Bürgerinitiative und private Wanderungen“, hätten das Meinungsbild in der SPD geprägt, erklärte Werdohls Fraktionschef Wilhelm Jansen.

Angst vor "offener Wunde" in der Landschaft

Die SPD begründet ihren Antrag mit ökologischen Bedenken: „Die angestrebte Erschließungsmaßnahme und der damit verbundene Flächenverbrauch stehen im krassen Widerspruch zu den Bemühungen um ein besseres Klima und eine bessere Umwelt“, heißt es in ihrem Antrag. Die SPD befürchtet, dass der erforderliche „schwere Eingriff in die Natur“ lange als „offene Wunde“ sichtbar bleiben und die Natur nachhaltig negativ verändern würde. 

Aus Sicht der Sozialdemokraten würde Werdohl mit rund 6,3 Hektar die kleinste Fläche aller drei Städte zur Verfügung stellen, deren Umgestaltung zum Gewerbegebiet hätte aber „den größten Raubbau an der Natur“ zur Folge. Der Flächenverbrauch stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand und zum Ertrag.

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In ihrem Antrag appelliert die Werdohler SPD auch an die Städte Lüdenscheid und Altena, sich aus diesen Planungen zurückzuziehen. Theoretisch könnten die die Erweiterung jedoch auch ohne die Werdohler Flächen vorantreiben.

Keine Reaktion von der SPD Altena

Ob das im Vorfeld mit den SPD-Fraktionen der Nachbarstädte abgesprochen wurde, blieb zunächst unklar. Kein Vertreter der Altenaer SPD war für eine Stellungnahme zu erreichen. 

In der Werdohler Kommunalpolitik wird seit Monaten intensiv über Rosmart 2.0 diskutiert. FDP und Freie Wählergemeinschaft WBG sind seit jeher dagegen, die SPD nahm bisher eine abwartende Haltung ein und wollte sich erst festlegen, wenn eine noch ausstehende Umweltverträglichkeitsstudie vorliegt. 

SPD: Gutachten braucht's nicht mehr

Dieses Gutachten müsse nicht mehr abgewartet werden, formuliert die SPD in der Begründung ihres Antrages. Nach der Kehrtwende der Werdohler SPD hat Rosmart 2.0 in der Nachbarstadt keine Mehrheit mehr. Beschlusslage in Altena ist, dass der hiesige Rat sich im Frühjahr 2019 grundsätzlich für die Erweiterung des Gewerbeparks in einem ersten von zwei Bauabschnitten ausgesprochen hat. 

Drohnenbild: So sieht der Gewerbepark Rosmart von oben aus

Eine dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans wurde auf den Weg gebracht. Außerdem gab der Rat grünes Licht für Untersuchungen und Gutachten. Federführend soll dabei Lüdenscheid sein, weil der größte Teil der geplanten Erweiterungsfläche auf dortigem Stadtgebiet liegt. 

Keine Diskussion in Altena

Unmittelbar betroffen wären allerdings die Bewohner der Werdohler Ortschaften Hinterbrenge und Köllmannshorst, aus denen Widerstand kommt. Eine Bürgerinitiative verzeichnet inzwischen Zulauf auch aus Lüdenscheid und Altena. Sie machte schon mehrfach durch öffentlichkeitswirksame Aktionen auf sich aufmerksam.

 Altenas Kommunalpolitik hielt sich bei diesem Thema bisher zurück. Eine inhaltliche Diskussion wurde weder im Rat noch im Ausschuss für Stadtentwicklung geführt. 

Die Grünen stimmten bei anstehenden Entscheidungen zwar gegen das Gewerbegebiet oder enthielten sich, gaben aber keine Begründung dazu ab. CDU und SPD segneten das Vorhaben bisher kommentarlos ab.

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