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Rosmart 2.0: Gegenwind für Gewerbe-Pläne

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Von: Sebastian Schmidt

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Plakativer Protest: Akteure der Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“ bezogen auch vor dem Lüdenscheider Rathaus Position. © Schmidt

Werdohl/Lüdenscheid/Altena - Anwohner und Klimaschützer wollen keine weitere Industrie rund um Rosmart. Das zumindest wurde am Dienstagabend im Lüdenscheider Rathaus deutlich.

Dort stellten die beteiligten Städte Werdohl, Altena und Lüdenscheid die Planung für Rosmart 2.0 noch einmal öffentlich vor – und mehr als 100 Bürger waren gekommen.

Die Front verlief dabei quer durch den Saal. Hier ein Dutzend Wirtschaftsvertreter und Stadtverwalter mit den Bürgermeistern Dieter Dzewas (Lüdenscheid), Silvia Voßloh (Werdohl) und Dr. Andreas Hollstein (Altena) an der Spitze. Sie alle sehen die Erweiterung des Gewerbegebiets Rosmart zumindest als ernsthafte Option. Dort rund 120 Bürger, die teils still zuhörten, teils das Vorhaben heftig attackierten. Die einen führen Arbeitsplätze und Wirtschaftsförderung ins Feld. Die anderen argumentieren mit Klimaschutz und Erhalt der heimischen Natur. Pragmatismus kontra Visionen sozusagen. Applaus gab es fast ausschließlich für Redebeiträge der Projekt-Kritiker. Doch der Reihe nach. 

Bürger-Information zur geplanten Erweiterung

Bei dieser Veranstaltung im Lüdenscheider Rathaus handelte es sich um eine relativ frühe Bürger-Information zur geplanten Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets Rosmart – das sogenannte Rosmart 2.0. Das circa 33 Hektar große Gebiet – das entspricht 330 000 Quadratmetern – grenzt südlich an das bisherige Rosmarter Gewerbegebiet an und liegt gegenüber der Ansiedlung Brunscheid. Wiesen und eine Bergkuppe mit Mischwald prägen dort bisher das Bild. Beides müsste im Fall einer Erschließung weichen. 

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Hatten zu der Info-Runde eingeladen: die Bürgermeister Dieter Dzewas, Silvia Voßloh und Dr. Andreas Hollstein (vorne, von links). © Schmidt

Die Stadtverwaltungen und Politiker der Städte Lüdenscheid, Altena und Werdohl wünschen sich offenkundig mehrheitlich eine stufenweise Entwicklung des Geländes als Gewerbegebiet. Ratsvoten in diese Richtung gibt es bereits. Die Werdohler Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“ wehrt sich unterdessen vehement gegen die Pläne. 

Machbarkeitsstudie vorgestellt

Eine Machbarkeitsstudie des Kölner Planungsbüros Dr. Jansen geht davon aus, dass trotz der Topografie Gewerbebauten auf den Brunscheider Höhen denkbar sind. „Grundsätzlich ist eine Erschließung möglich“, befand Jansen-Mitarbeiter Mathis Busch bei dem Info-Abend. 

Bürgermeister, Politiker und Stadtverwaltungen beurteilen das Projekt deshalb freundlich, weil sie einen eklatanten Mangel an Gewerbeflächen im Kreisgebiet diagnostizieren. Die Worte von Dieter Dzewas: „Wir aasen nicht mit den Flächen, aber wir müssen unserer heimischen Industrie auch Perspektiven bieten.“ In eine ähnliche Kerbe schlugen Jochen Schröder von der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) und Christoph Brünger als Vertreter der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK). Brüngers Meinung: „Andere Begabungen als die Industrie hat die Region ja nicht.“ Damit spielte er etwa auf das Fehlen großer IT-Dienstleister oder wissenschaftlich-kultureller Leuchttürme an. 

Projekt könnte an den Kosten scheitern

Scheitern könnte das Vorhaben indes an den Kosten – und letztlich auch an einer möglichen Umweltunverträglichkeit. Das räumen auch die Befürworter ein. Knapp 19 Millionen Euro sind laut Mathis Busch für die Erschließung bisher eingerechnet – ohne den Kauf der Grundstücke, nötige Erdarbeiten und die eventuelle Sprengung der Bergkuppe. 

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Fürchten die Zerstörung ihrer Heimat: die Anwohner in Rosmart und Brunscheid. © Schmidt

Auch die Gegner der Gewerbe-Ansiedlung verweisen auf hohe Kosten, fürchten aber vor allem Landschaftszerstörung, die Verdrängung von Tieren und Pflanzen sowie einen Schlag gegen das Klima. So sagte der Lüdenscheider Umweltschützer Claudius Bartsch in Richtung des Bürgermeister-Trios: „Gibt es bei Ihnen den Gedanken, auf die Planungen angesichts der drohenden Klimakatastrophe zu verzichten?“ Dafür erhielt er viel Beifall aus dem Publikum, aber keine klare Antwort. Dieter Dzewas: „Eine Debatte über den Klimawandel können wir an dieser Stelle nicht leisten.“ 

Christiane Langs-Blöink, Schulleiterin in Werdohl und Lüdenscheid, riet den Bürgermeistern, die „Wanderschuhe zu schnüren“ und das Gelände zu besichtigen: „Man muss wissen, was man vernichtet.“

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