Wanderung der Bürgerinitiative

Rosmart 2.0 bewegt: 100 Bürger und Politiker informieren sich

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Informativer Spaziergang: Bürger und Politiker aus Werdohl, Altena und Lüdenscheid schauten sich die Fläche, auf der bald ein Industriegebiet entstehen könnte, am Dienstagabend genau an.

Werdohl - Auch von Regen und Gewitter ließen sich gut 100 Interessierte nicht abhalten und nahmen am Dienstagabend an der Wanderung der Werdohler Bürgerinitiative Pro Brunscheider Höhen teil.

Sprecher Jörg Kenter führte die Gruppe von Altena über Lüdenscheid nach Werdohl auf dem Gelände der geplanten Industriefläche Rosmart 2.0. 

Zu den Teilnehmern gehörten zwei Ratsvertreter aus Altena, fünf aus Lüdenscheid und mehr als 25 aus Werdohl. Bei den Bürgern war die Verteilung auf die drei betroffenen Städte ähnlich. Jörg Kenter vermutete: „Für die Werdohler liegt das Areal praktisch vor der Haustür, während es für die beiden anderen Kommunen Altena und Lüdenscheid weiter weg ist.“ 

Bürgermeister lassen sich entschuldigen

Bei der Begrüßung seiner Mitwanderer bedauerte Kenter, dass „die Bürgermeister der drei Städte heute leider verhindert sind und sich entschuldigen lassen“. Damit löste er bei einem Teil der Anwesenden Gelächter aus. Kenter verriet den Teilnehmern des Rundgangs, „dass auf diesem Gelände in den vergangenen Wochen viele Störche und Graureiher waren“. Auch Luchse und Rehe seien dort gesichtet worden. Dann erläuterte er, „dass hier der Berg abgetragen und eine ebene Fläche geschaffen werden soll“. Weiter erklärte er: „Gleichzeitig soll dieser Laubwald auf dem Berg erhalten bleiben.“ Der Initiator der Bürgerinitiative schlussfolgerte: „Das ist Kokolores und kann so richtig gar nicht funktionieren.“ 

Den Teilnehmern der Wanderung verriet Kenter auch: Der überwiegende Teil des Areals ist in Privatbesitz und müsste von den Kommunen erst einmal gekauft werden, um dort ein Gewerbegebiet zu errichten.“ Über die Kosten dafür stehe in der Machbarkeitsstudie aber nichts, bemängelte er. 

Durch den "Schwarzwald"

Weiter ging es in den Wald hinein. Kenter klärte seine Mit-Wanderer auf: „Das hat hier früher im Volksmund ,Schwarzwald’ geheißen, weil es hier einst richtig dicht bewachsen war.“ Die Teilnehmer des Rundgangs schauten sich um und manch einer schien Bäume und Gewerbeflächen gedanklich abzuwägen. Mehr als zwei Stunden dauerte die Tour, bei der sich die Politiker und Bürger noch einmal ein genaues Bild des geplanten Erweiterungsgebietes Rosmart 2.0 mit seinen topografischen Besonderheiten machen konnten.

Das Erweiterungsgebiet „Rosmart 2.0“, das in mehreren Ausbauschritten erschlossen werden soll, ist insgesamt 33 Hektar groß. Umstritten ist das Projekt in Teilen der Politik und Bürgerschaft vor allem aufgrund der topografischen Voraussetzungen. So müsste bei der Erschließung eine Geländemodellierung und Terrassierung erfolgen. Das bedeutet, dass beispielsweise die Kuppe des in weiten Teilen unter Landschaftsschutz stehenden Geländes größtenteils abgetragen, an anderer Stelle abschüssiges Gelände angefüllt werden müsste. Einzelne Gebäude müssten auch in das Gelände „eingegraben“ werden. Durch Anpflanzungen, naturnahe und sichtschützende Maßnahmen sollen allerdings solche Eingriffe in die Landschaft abgemildert werden. 

Rat hat grünes Licht gegeben

Der Werdohler Rat hat Ende März mehrheitlich mit Stimmen der CDU und SPD (bei zwei Enthaltungen) entschieden, dass sich die Stadt an der Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes „Südlich Gewerbepark Rosmart“, so die offizielle Bezeichnung, beteiligen wird. WBG- und FDP-Fraktion stimmten grundsätzlich gegen das Gewerbegebiet auf den Rosmarter Höhen. Verhindern möchte die Industriegebiet-Erweiterung die Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“.

Die drei beteiligten Kommunen Werdohl, Altena und Lüdenscheid wollen am Dienstag, 11. Juni, die Planungen für die Erweiterung des Gewerbegebiets Rosmart der Öffentlichkeit vorstellen. Die Informationsveranstaltung findet ab 18 Uhr im Rathaus in Lüdenscheid, Rathausplatz 2, statt. Alle Interessierten sind eingeladen.

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