Nach Gesetzesänderung

Rollerfahren ab 15: Das sagen Polizei und Fahrschullehrer

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Sie scheinen noch immer in Mode zu sein: City-Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Werdohl – Motorroller zu fahren ist auch heute noch in. Das sagt Fahrschullehrer Rüdiger Fenner aus Werdohl. Er begrüßt den Beschluss der Politik, Rollerfahren in Nordrhein-Westfalen künftig ab 15 Jahren zu erlauben.

Die dafür notwendige Gesetzesänderung hatte die Landesregierung am 14. Januar verabschiedet. Konkret ändert sich für die 15-Jährigen, dass sie mit einem AM-Führerschein nun Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h fahren dürfen, statt der bislang zulässigen Mofas, die maximal 25 km/h schaffen. Die Regelung gilt allerdings nicht für ganz Deutschland, sondern bisher nur in einigen Bundesländern. 

Fenner sieht darin eine wichtige Verbesserung in der Verkehrssicherheit. „25 km/h reichen nicht aus, um im normalen Straßenverkehr mitzufließen“, erklärt der Fahrlehrer. „Dadurch wird man zu einem Hindernis.“ Wenn andere Verkehrsteilnehmer beginnen, auf engen Straßen zu überholen, könne das sehr gefährlich werden. Motorroller mit 45 km/h seien hingegen „in den meisten Situationen ausreichend“, so Fenner. 

Unterricht gliedert sich

Der Fahrlehrer ist sich sicher, dass durch die neue Gesetzesänderung die Nachfrage nach AM-Führerscheinen (Motorroller) steigt. „Wir erwarten jetzt aber keinen Riesen-Boom.“ Der Unterricht gliedert sich, wie auch bei einem Autoführerschein, in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Die theoretische Ausbildung ist dabei deutlich umfangreicher. Gefordert sind 14 Unterrichtsstunden à 90 Minuten. In der Fahrpraxis ist hingegen nur eine „Grundausbildung“ notwendig. 

„Die Stundenzahl ist da nicht festgeschrieben“, erklärt Fenner. „Wir machen in der Regel mindestens drei Praxisstunden à 90 Minuten und bei Bedarf mehr.“ Die Kosten für den AM-Führerschein liegen bei etwa 600 Euro. Einen gebrauchten Motorroller in gutem Zustand bekommt man für 500 bis 800 Euro. 

Noch keine Erfahrungswerte

Die Polizei hat noch keine Erfahrungswerte, auf die sie zurückgreifen kann. Grundsätzlich stehe sie der neuen Regelung offen gegenüber, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski mitteilt. „Wir trauen es den Jugendlichen zu und vertrauen ihnen. Wichtig ist natürlich, dass sie regelkonform unterwegs sind und die Roller nicht frisieren, also die Motorleistung steigern.“ 

Rein altersmäßig spreche nichts gegen die neue Regelung. „In der Grundschule lernen die Kinder das Fahrradfahren, mit 16 dürfen sie in einigen Bundesländern an Wahlen teilnehmen – warum sollten sie also nicht mit 15 einen Rollerführerschein machen dürfen?“ 

Höchstgeschwindigkeit 45 km/h

Dass Motorroller mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sicherer im Verkehr mitfließen, bestätigt die Polizei. Allgemein merke man, dass ein Trend zum Zweirad durchaus existiere – insbesondere in Bezug auf Pedelecs und E-Scooter. „Fraglich ist natürlich, ob die Jugendlichen das Angebot überhaupt haben wollen“, sagt Boronowski. „Ich denke da vor allem an die Parkplatzsituation. Ob das Rollerfahren attraktiv ist, hängt sicherlich davon ab, ob man in Stadtnähe wohnt oder eher außerhalb auf dem Land, wo man lange Wege hat und sonst auf Busse oder das Eltern-Taxi angewiesen wäre.“ 

Wer einen Autoführerschein hat, darf damit übrigens automatisch Motorroller der Klasse AM fahren – und wer seinen Führerschein vor 1980 gemacht hat, sogar Motorräder der Klasse A1 (bis 110 km/h).

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