An der Freiheitstraße

Rollender Wurstladen wird zum Zankapfel

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Der Verkaufsstand der Metzgerei Jedowski an der Freiheitstraße ist zum Gegenstand politischer Diskussionen geworden.

Werdohl – Der Verkaufsstand der Metzgerei Jedowski an der Freiheitstraße bleibt den Werdohlern nun wahrscheinlich doch noch einige Zeit erhalten.

Entsprechende Signale gab es aus dem Stammsitz des Balver Familienbetriebs, und auch Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) hat sich dafür eingesetzt. 

Vor einigen Wochen hatte es Gerüchte gegeben, die Balver Metzgerei wolle ihren Verkaufsstand aus Werdohl abziehen. Tatsächlich hatte der Betreiber seinen mit der Stadt geschlossenen Vertrag über die Sondernutzung des Platzes an der Freiheitstraße auch gekündigt. Die Umsätze hätten nicht mehr gestimmt, begründete Metzgermeister Alexander Jedowski im Gespräch mit der Redaktion. 

In Corona-Zeiten wieder bessere Verkaufszahlen

Allerdings hatte sich die Situation zu diesem Zeitpunkt wohl schon wieder verändert. „Seit den Corona-Beschränkungen sind die Zahlen wieder besser“, sagte Jedowski. Offensichtlich hatten mehr Kunden den Einkauf an frischer Luft dem Schlange stehen im Supermarkt vorgezogen. Außerdem wolle man vielleicht noch abwarten, wie sich die Schließung des WK Warenhauses auswirke, sagte Jedowski. 

Zum Sinneswandel bei der Familie Jedowski hat aber möglicherweise auch eine Intervention von Bürgermeisterin Voßloh beigetragen. Sie habe im Gespräch „inständig darum gebeten, die Entscheidung zu überdenken“, berichtete sie. „Im Sinne der Einkaufsvielfalt in der Stadt“, ergänzte Voßloh am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung, in der der Verkaufsstand auch ein Thema war. 

Antrag der WBG-Fraktion

Die WBG-Fraktion hatte schon vor längerer Zeit angeregt, solche dauerhaften Verkaufstände in der Innenstadt zu untersagen, um damit vielleicht die Leerstandssituation zu verbessern. Diese Auffassung bekräftigte WBG-Fraktionsvize Klaus-Dieter Frick am Montag auch noch einmal: „Das geht nicht gegen die Firma Jedowski, aber es wäre natürlich besser, wenn ein leer stehendes Ladenlokal genutzt würde“, sagte er. Die Balver Metzgerei verfolge aber eben eine andere Philosophie, konterte die Bürgermeisterin. Man müsse auch einmal bereit sein, Kompromisse einzugehen. „Und der Wagen passt sich an dieser Stelle gut ins Stadtbild ein“, legte sie sich für den Metzgerbetrieb aus dem Hönnetal ins Geschirr. 

Voßlohs Einsatz für den rollenden Wurstladen scheint sich gelohnt zu haben. Am Montagmorgen habe sie die Mitteilung erhalten, „dass der Standort doch aufrecht erhalten werden könnte“, berichtete sie dem Ausschuss. Allerdings steht noch der WBG-Antrag im Raum, solche Verkaufsstände zu verbieten. Über den soll nun am Montag, 22. Juni, (17 Uhr, Festsaal Riesei) der Werdohler Rat entscheiden. 

Ladenlokal ist keine Option

Für Alexander Jedowski steht aber fest: „Der Umzug in ein Ladenlokal ist für uns betriebswirtschaftlich nicht darstellbar. Wenn der Rat den Verkaufsstand untersagen sollte, dann ist das so. Dann ziehen wir ihn ab.“

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