Risiken beim Friedwald

Christoph Hupertz aus Kirchhundem (mit karierter Jacke) möchte neben seiner Kapelleeinen Friedwald einrichten.

WERDOHL ▪ Eine Beschlussempfehlung gibt es noch nicht für den Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung, wohl aber eine Warnung: Die Stadtverwaltung hält die Übernahme der Trägerschaft für einen ansonsten privaten Friedwald im Bereich Distelnblech für risikobehaftet.

Wie bereits mehrfach berichtet, möchte Christoph Hupertz aus Kirchhundem gemeinsam mit dem Werdohler Bestatter Josef Schütt neben seiner privat errichteteten Kapelle die Möglichkeit zur Urnenbestattung im angrenzenden Wald anbieten. Die Mitglieder des Ausschusses hatten sich Ende Januar von Hupertz die Kapelle und den Wald zeigen lassen und sich sein Geschäftsmodell angehört. Hupertz hatte sich zuerst an die evangelische und die katholische Kirche gewandt, doch die hatten abgelehnt, weil sie in Werdohl bereits fünf eigene Friedhöfe betreiben. Eine Verpflichtung zur Übernahme der Trägerschaft bestehe für die Stadt jedenfalls nicht, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Auf den örtlichen Friedhöfen gebe es noch genügend Freiflächen.

Hupertz stellt sich vor, die Stadt prozentual an den Einnahmen des Friedwaldes zu beteiligen. Ob die bei der Stadt entstehenden Personalkosten dadurch abgegolten werden können, sei unklar. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Betreibers fielen die Rechte und Pflichten des Friedwalds nachteilig auf die Stadt zurück. Ebenfalls abzuwägen sei, ob der Friedwald eine Konkurrenz zu den konfessionellen Friedhöfen darstelle und eventuell deren Wirtschaftlichkeit bedrohe. In allen Fällen ergäben sich finanzielle Risiken für die ohnehin von Überschuldung bedrohte Stadt.

Volker Heyn

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