Arbeiten an der Fassade

Riesei: Darum bekommt die Sporthalle eine neue Hülle

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Die Sporthalle am Riesei soll möglichst noch in diesem Jahr eine neue Fassade erhalten. Weil es dafür Bundeszuschüsse gibt, müsste die Stadt selbst nur einen Bruchteil der Kosten tragen.

Werdohl - Mitte der 1970er-Jahre erbaut, kommt die Sporthalle am Riesei allmählich in die Jahre. Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt dort für rund 170.000 Euro 40 Tür- und Fensterelemente austauschen lassen. In diesem Jahr wird wahrscheinlich eine Investition nötig, die rund drei Mal so hoch ist.

Die Fassade muss erneuert werden. 

Von einem „drohenden Stabilitätsverlust der Fassadenelemente“ war die Rede, als es am Montag im Bau- und Liegenschaftsausschuss der Stadt um die Riesei-Sporthalle ging. Die vor 19 Jahren schon zur Stabilisierung angebrachten U-Profile versehen ihren Dienst nicht mehr so, wie es sein sollte; hinzukommen viele durch Vandalismus entstandene Löcher in der Aluminiumschicht der Isopaneele, die die Außenhaut der Halle bildet. 

Erkenntnisse liegen seit fünf Jahren vor

Nun weiß die Stadt schon seit fünf Jahren aufgrund eines Energieberichts, dass eine Dämmung der gut 40 Jahre alten Fassade sinnvoll wäre. Weil in diesem Jahr auch noch eine neue Heizungsanlage und eine neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert werden sollen, ist der Punkt gekommen, an dem auch die Fassadenerneuerung angegangen werden soll. Das Problem ist nur: Die Statik der Halle hält keine zusätzlichen Fassadenelemente mehr aus, und die alten können wahrscheinlich nicht demontiert werden, ohne auch die Innenwände zu beschädigen. 

Die Stadtverwaltung möchte deshalb auf eine „Hülle für die Halle“ setzen: Vor die vorhandene Fassade soll auf Betonfundamente eine weitere Fassade aus Isopaneelen gestellt werden. Das würde schätzungsweise 10 Prozent der Energie einsparen. Die Verwaltung kalkuliert mit Kosten in Höhe von 376 000 Euro, von denen 90 Prozent mit einem Bundeszuschuss nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz finanziert werden könnten. Die bei der Stadt verbleibenden 37 600 Euro könnten sich, so die Kalkulation, innerhalb von acht Jahren durch die eingesparte Energie amortisieren. 

Politiker geben sich skeptisch

So solide, wie sich dieser Finanzierungsweg anhört, so skeptisch waren im Bau- und Liegenschaftsausschuss vor allem Vertreter von CDU und WBG. Thorsten Hänel (WBG) hatte seine Zweifel, ob die Variante mit der zusätzlichen Fassade der richtige Weg wäre, um die Halle zu sanieren. Auch Dirk Busch (VDU) forderte „einen Nachweis, dass der geplante Aufbau wirklich funktioniert“. Ihm bereitete die entstehende Luftschicht zwischen alter und neuer Fassade Kopfzerbrechen. 

Allzu lange können die Politiker die Entscheidung aber nicht mehr hinausschieben. „In diesem Jahr wäre Geld vorhanden. Ab 2020 gibt es weniger Konsolidierungshilfe des Landes“, gab der stellvertretende Kämmerer Michael Grabs zu bedenken. 

Einspareffekt: Verwaltung muss Nachweis erbringen

Der Ausschuss entschied nach Abwägung mehrerer Möglichkeiten schließlich einstimmig, das zur Sanierung erforderliche Geld unter der Bedingung freizugeben, dass die Verwaltung noch den Nachweis erbringen kann, dass das geplante System den gewünschten Energieeinspareffekt bringen kann. Dann könnte mit den Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden. Beeinträchtigungen des Sportunterrichts, Spiel- und Trainingsbetriebs in der Sporthalle erwartet Peter Guido Grau vom Immobilienmanagement übrigens nicht. 

Schneller entscheiden konnte sich der Ausschuss, was die Erneuerung der Innenbeleuchtung der Riesei-Sporthalle angeht. Sie soll auf Vorschlag der Verwaltung für 97 000 Euro energetisch optimiert werden. Auch dafür gibt es 90 Prozent Zuschuss vom Bund. Weil in der Halle jährlich rund 12 000 Euro Stromkosten für die Beleuchtung anfallen und die neuen Leuchten etwa 75 Prozent weniger Energie fressen, wäre die Stadt durch die Investition schon nach etwas mehr als einem Jahr im Plus. Diese Rechnung überzeugte die Politiker, die dem Austausch der Beleuchtung durchweg zustimmten

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