„Riegel vor“ gegen Einbrecher

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Kriminalrätin Alexandra Füchter erläuterte die Zahlen der Kriminalitätsstatistik 2011. ▪

WERDOHL ▪ Leicht erhöht hat sich die Zahl der Straftaten in Werdohl 2011 im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt 1165 Delikte zählte die Polizei im Gegensatz zu 1122 im Jahr 2010. Das entspricht einer Steigerung um 3,83 Prozent. Allerdings stieg auch die Aufklärungsquote leicht. Diese Zahlen veröffentlichte die Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde im Rahmen einer Pressekonferenz in Lüdenscheid.

Kriminalrätin Alexandra Füchter erläuterte die Kreiszahlen. Hier lag die Steigerung mit 1,08 Prozent leicht unter der Werdohler Entwicklung. Beide Zahlen liegen aber unter dem Landesschnitt. Vor allem die Aufklärungsquote im Märkischen Kreis erfreute die Kriminalrätin. Die Quote für den MK beträgt 53,8 Prozent – in Werdohl sogar 56,8 Prozent. Der Landesschnitt liegt bei 49,1 Prozent.

Positive Entwicklungen habe es bei Raub- und Körperverletzungsdelikten im Kreisgebiet gegeben. Auch dies spiegeln die Zahlen für Werdohl wieder. Gab es 2010 noch 13 Raubdelikte, waren es 2011 „nur“ noch sieben Delikte (minus 46 Prozent). Im Gegensatz dazu stieg wie im Landestrend die Zahl der Wohnungseinbrüche in Werdohl um knapp 11 Prozent. Hier will die Polizei mit der Kampagne „Riegel vor“ mehr Aufklärungsarbeit leisten. Vor allem das Hinweisaufkommen soll gesteigert werden, um eventuell aktiven Banden das Handwerk zu legen. Auch Beratungen zur technischen Sicherungen von Häusern und Wohnungen sollen erweitert werden.

Auch die sozialen Netzwerke im Internet waren Thema bei der Pressekonferenz. Dort unter dem Thema Sexualdelikte. „Beleidigungen im extremen sexuellen Bereich nehmen deutlich zu“, erklärte die Kriminalrätin. Allgemein seien im Märkischen Kreis die Sexualdelikte vom Dunkel- ins helle Feld gerückt. „Hier ist die Bevölkerung eher sensibilisiert“, erklärte Kriminalhauptkommissar Udo Reich und fügte an: „Das ist kein Tabu-Thema mehr.“

Die Altersstruktur aller Tatverdächtigen in Werdohl teilt sich wie folgt auf. Bis 14 Jahre sind es 5,3 Prozent. 8,5 Prozent sind zwischen 14 und 18 Jahren alt und 9,4 Prozent sind zwischen 18 und 21 Jahren alt. Damit sind auch in Werdohl die Jugendlichen und jungen Erwachsenen überrepräsentiert. 77 Prozent der Verdächtigen sind älter als 21 Jahre. Durch ein Netzwerk aus Polizei, Jugendamt, Schule und Justiz sowie Betreuung durch Beamte vor Ort sollen vor allem Schwellentäter und junge Mehrfachtäter besser überwacht und Kriminalitätskarrieren verhindert werden. ▪ David Schröder

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