Süß und richtig lecker

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Ellen Riedel kommt Jahr für Jahr, um auf dem Rosmarter Erdbeerfeld die süßen Früchte selbst zu pflücken. „Bereits als Kind hat mich meine Mutter mit hierher genommen“.

Werdohl -  „Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere...“ – Falsch! Peter Alexander hat mit diesem Lied zwar einen Evergreen gelandet, aber süße, kräftige und vor allem wohlschmeckende, rote Früchte, mithin Erdbeeren, pflücken und ernten in diesen Tagen hunderte von Menschen direkt vom Feld.

Seit vielen Jahren bestellt Obstbauer Eberhard Schulze-Neuhoff aus Fröndenberg/Ruhr das mehr als Fußballfeld große Feld auf Rosmart. Hier, wo immerhin eine Höhe von um die 400 Meter über Normal Null erreicht wird, gedeihen die Erdbeeren aber bestens. Das Klima stimme einfach, sagt einer der Saisonarbeiter, die auf Rosmart von Mitte Mai bis Anfang Juli Jahr für Jahr eine feste Beschäftigung finden.

Die meisten von ihnen – einschließlich des freundlichen Einweisers der pflückenden „Kolonnen“, die täglich von 9 bis gegen 19 Uhr hier einfallen, kommen aus Osteuropa. „Weil wir etwas von Obst verstehen“, sagt der Mann im Brustton der Überzeugung. Und er lacht still in sich hinein und hebt eine rote Erdbeere in die Höhe. „Schauen Sie: Rot, kräftig und die Frucht schmeckt richtig lecker.“ Er hat immer ein waches Auge auf die schier endlosen Reihen von Erdbeer-Pflanzen. „Die Leute machen es sich manchmal zu einfach. Ruck-zuck ab“, sagt er etwas betrübt. Dabei müsse die Pflanze vorsichtig abgepflückt werden und der ganze Strauch halt abgesucht werden. Vielen komme es aber nur darauf an, schnell die Schale oder den Eimer voll zu bekommen. Denn: Das weist das Preisschild am Eingang des Feldes aus: Selberpflücken lohnt sich schon. Da sind einige Euros pro Kilo Ernte der leckeren Früchte drin, die man sparen kann.

Dass besonders Kinder gerne beim Pflücken naschen, geschenkt. „Das gehört einfach dazu“, sagt der Vorarbeiter und setzt wieder sein gewinnendes Grinsen auf. „Solange es im Rahmen bleibt, denn Sahne haben wir ja nicht auch noch.“

Jung und alt – den typischen Erdbeer-Pflücker gibt es zwar nicht auf Rosmart, aber „Wiederholungstäter“. So wie das junge Frauen-Trio um Ellen Riedel. Die kam bereits als kleines Mädchen an der Hand der Mutter zum Pflücken. Jetzt, als Erwachsene, konnte sie auch ihre Freundinnen Stefanie Wolik und Regina Streif überzeugen, „dass selbstgepflückt noch besser schmeckt.“ Das Trio nahm sich viel Zeit, bis gestern alle Eimer gut gefüllt waren. Die werden übrigens vor dem Gang aufs Feld leer gewogen, damit hinterher, wenn sie gefüllt wieder auf die Waage müssen, die Tara, also die Verpackung, abgezogen wird.

Doch nicht alle wollen auch wirklich selber pflücken und dafür in die (beschwerliche) Hocke gehen. Dagmar Bittner kam gestern von der Arbeit so gegen 13 Uhr vorbei. „Als ich das Banner ,Erdbeeren’ im Wind flattern sah, habe ich gedacht: Ja, da nimmst du dir ein paar von mit.“ Sie kaufte ein Körbchen bereits gepflückter Früchte. „Ich hatte keine Lust, es selbst zu tun.“

Von Johannes Bonnekoh

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