Beleidigungen und Verstöße letztlich nur großes Theater

Ein Kleinkrieg beschäftigte Amtsgerichts Altena.

WERDOHL ▪ Der Kleinkrieg zwischen einem 43-jährigen Lüdenscheider und einer 29-jährigen Werdohlerin beschäftigte am Dienstag das Amtsgericht Altena.

Aus besseren Zeiten haben die beiden eine gemeinsame Tochter, die immer wieder Anlass zu kurzen Begegnungen ist. Weitergehende Kontakte zu seiner Ex-Freundin wurden dem 43-Jährigen gerichtlich untersagt. Doch das hatte zunächst keinen Erfolg. Wegen zwei Verstößen gegen eine „Anordnung des Gewaltschutzgesetzes“ verurteilte ihn das Amtsgericht Altena zu einer happigen Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro. Am Dienstag stand der Mann erneut vor Gericht, weil er die 29-Jährige am 26. April in einem Telefongespräch übel beschimpft und sie und ihren neuen Freund mit dem Tod bedroht haben sollte. Verglichen mit einem solchen Auftritt klang der letzte Tatvorwurf harmlos: Mit dem Auto habe sich der Angeklagte der Wohnung seiner Exfreundin genähert und sei dort auf der Straße „auf und abgefahren“.

„Auch sie hat mich angerufen“, verteidigte sich der 43-Jährige und verwies auf den fortlaufenden Klärungsbedarf wegen der Tochter. Ein einziges Mal habe er seiner Freundin eine Ohrfeige verpasst – seitdem sei so etwas „nie wieder vorgekommen“. Auseinandersetzungen seien lediglich verbal geführt worden: „Wir beschimpfen uns schon seit längerer Zeit.“ „Ab und zu beleidigt er mich“, bestätigte sie und berichtete, dass der beleidigende Anruf, auf den sich die Anklage stützte, nicht der einzige dieser Art gewesen sei. Mittlerweile habe es aber „seit drei Monaten kein Theater mehr“ gegeben. Wohl auch deshalb und mit Blick auf die bereits verhängte Geldstrafe verzichtete Richter Dirk Reckschmidt auf eine erneute Verurteilung, stellte das Verfahren vorläufig ein und riet dem Paar seine Konflikte beizulegen. ▪ thk

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