Resteverwertung: Eine Chance für das Gewerbe in Werdohl?

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In den Hallen der EZM in Bärenstein stehen nach Erkenntnissen der Stadtverwaltung 5000 Quadratmeter Gewerbefläche zur Verfügung.

Werdohl - Gewerbeparks, Neubaugebiete, Straßen – überall in Deutschland wird gebaut. Jeden Tag verschwindet ein Stück Natur, das so groß ist wie 85 Fußballfelder. Auch Werdohl macht mit: Die Erweiterung des Gewerbegebietes Rosmart soll so schnell wie möglich kommen. Wäre das Recycling vorhandener Flächen eine Lösung?

Unternehmen, die sich in Werdohl ansiedeln oder ihre Betriebsfläche erweitern wollen, haben derzeit schlechte Karten: In den vorhandenen Industrie- und Gewerbegebieten stehen praktisch keine Flächen mehr zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ist das Bemühen der Städte Werdohl. Altena und Lüdenscheid zu sehen, den interkommunalen Gewerbepark Rosmart zu erweitern. 

Dieser Schritt ist nicht unumstritten. Mittlerweile hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die eine Ausweitung des Gewerbegebietes im Städte-Dreieck verhindern möchte. Und auch im politischen Raum, gibt es durchaus kritische Stimmen. In Werdohl ist beispielsweise die Werdohler Bürger-Gemeinschaft (WBG) nicht einverstanden, dass das angeblich ökologisch wertvolle Gebiet der Ansiedlung von Unternehmen geopfert werden soll. Auch die FDP ist dagegen. 

WBG möchte Flächen reaktivieren

Eine Alternative wäre aus Sicht der WBG-Fraktion, bereits vorhandene, aber nicht mehr genutzte Gewerbeflächen zu reaktivieren. Auf ihren Antrag hin hat der Rat die Stadtverwaltung deshalb bereits im November beauftragt, alle freien Gewerbe- und Industrieflächen im Stadtgebiet zu erfassen. Auch solche, die sich im Privatbesitz oder dem Besitz von Konzernen befinden, sollten aufgelistet werden. 

Diesen Auftrag hat die Verwaltung mittlerweile erfüllt, das Ergebnis soll im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) am Dienstag, 19. März, ab 17 Uhr im Rathaus diskutiert werden. Aus unterschiedlichen Datenquellen hat die Verwaltung die geforderte Liste erstellt. 

Daraus geht hervor, dass noch 18 400 Quadratmeter an unbebauter Gewerbefläche zum Kauf zur Verfügung stehen. Sie befinden sich ausschließlich auf fünf Restflächen im Gewerbegebiet Wintersohl. In schon bestehenden Gewerbeimmobilien stehen außerdem 610 Quadratmeter zum Kauf zur Verfügung. Mieten könnten interessierte Unternehmen Gewerbeimmobilienflächen von insgesamt 7394 Quadratmetern. Der größte Teil davon (5000 Quadratmeter) befindet sich in der Edelstahlzieherei Mark (EZM) in Bärenstein, weitere rund 1750 Quadratmeter stehen im Gewerbepark Eveking zur Verfügung. Einzelne kleine Immobilien, die gemietet werden könnten, liegen an der Freiheitstraße, der Neustadtstraße und an der Bahnhofstraße sowie an der Hauptstraße in Eveking. An der Gildestraße und in Ütterlingsen stehen Werk- oder Lagerhallen in der Größenordnung von je etwa 350 Quadratmetern zur Verfügung. 

Was ist mit Kraftwerksgelände in Ütterlingsen?

Ein Thema könnte eventuell noch das Gelände des mittlerweile stillgelegten Kraftwerk der Mark-E in Elverlingsen werden. Das ist allerdings Zukunftsmusik. Der Umgang mit dieser im Eigentum der Mark-E befindlichen Fläche sei derzeit im Rahmen einer Gesamtkonzeption Gegenstand unternehmensinterner Planung, teilt die Stadtverwaltung in einem Papier mit, dass dem Ausschuss zur Beratung vorliegt.

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