Werdohl renoviert Schulen und Sporthallen mit fremdem Geld

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An der Martin-Luther-Grundschule Ütterlingsen lässt die Stadt Werdohl derzeit auf 2500 Quadratmetern eine Wärmedämmung anbringen. An den Außenwänden werden dabei elf Zentimeter dicke Dämmplatten befestigt.

Werdohl - Die Stadt Werdohl nutzt auch in diesem Jahr Förderprogramme, um einige ihrer Schulen und Sporthallen zu renovieren. Ein Beispiel dafür ist die Martin-Luther-Grundschule Ütterlingsen, wo schon seit Monaten an der Fassade gearbeitet wird. Aber auch in anderen Gebäuden sind oder werden Handwerker aktiv.

An der Ütterlingser Schule bringt ein Iserlohner Unternehmen bereits seit dem vergangenen Herbst in vier Bauabschnitten ein Wärmedämmverbundsystem an. Es besteht aus elf Zentimeter dicken Dämmplatten, die auf den Außenwänden befestigt und anschließend mit einem Armierungsunterputz und einem Oberputz versehen werden.

Rund 2500 Quadratmeter Wandfläche erhalten auf diese Weise eine Thermohaut in vier verschiedenen Grautönen. Farbige Absetzungen in grünen, gelben und roten Pastelltönen lockern die Fassade dieses verwinkelten Gebäudes optisch auf

Maßnahme wird um 33 Prozent teurer 

Zwei von vier Bauabschnitten sind bereits abgeschlossen, den dritten Abschnitt hat der Stuckateur gerade begonnen. Allerdings zeichnet sich schon jetzt ab, dass die ursprüngliche Auftragssumme von 305.000 Euro überschritten wird. Bereits im Dezember hat der Vergabeausschuss der Stadt Arbeiten für weitere 17.000 Euro vergeben, mittlerweile liegen Nachtragsangebote über noch einmal 12.000 Euro allein für den ersten Bauabschnitt vor.

Und weil zu erwarten ist, dass auch die Bauabschnitte zwei bis vier teurer werden als geplant, hat die Stadt die ausführende Firma aufgefordert, auch dafür noch einmal Nachtragsangebote abzugeben. Im Rathaus wird damit gerechnet, dass weitere 70.000 Euro aufgewandt werden müssen, um Arbeiten durchzuführen, die nicht Bestandteil der Ausschreibung waren, aber notwendig sind, um die Maßnahme ordnungsgemäß durchzuführen.

Elf Zentimeter dick sind die Dämmplatten, die die Handwerker an der Martin-Luther-Grundschule anbringen.

Bei früheren Aufträgen seien An- und Abbau von Regenfallrohren, Erd- und Pflasterarbeiten oder Dachdeckerarbeiten an andere Unternehmen vergeben worden. „Jetzt bekommen wir alles aus einer Hand“, erklärte Peter Guido Grau vom Immobilienmanagement der Stadt, wie es zu der Kostenüberschreitung von rund 33 Prozent kommen konnte. Auch zögen sich die Arbeiten – unter anderem aufgrund einer Frostperiode im Januar – in die Länge, was längere Standzeiten der Gerüste nach sich ziehe.

Mit der Kostenüberschreitung wird sich am Montag, 14. Mai, auch der Bau- und Liegenschaftsausschuss der Stadt beschäftigen, der sich vor Ort von der Notwendigkeit der zusätzlichen Arbeiten überzeugen will. Finanziert wird die Maßnahme in Ütterlingsen übrigens zu 80 Prozent aus dem NRW-Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“, die restlichen 20 Prozent muss die Stadt Werdohl selbst beisteuern.

Kellerabgang wird trocken gelegt

Gleich neben der Martin-Luther-Grundschule lässt die Stadt derzeit den Kellerabgang der Sporthalle Ütterlingsen trocken legen. Dort dringt von außen durch das Erdreich Wasser in die Hohlziegel-Wände ein. Das Immobilienmanagement hat sich für eine Flächensperre durch Kapillardepression entschieden, die das Aufsteigen von Wasser verhindern soll. Auf einer Fläche von 30 Quadratmetern wurden dazu 464 Löcher in die Wand gebohrt, in die eine spezielle, wasserabweisende Flüssigkeit injiziert wurde. Die 18.500 Euro, die diese Maßnahme kostet, bekommt Werdohl zu 100 Prozent aus dem Programm „Gute Schule 2020“ erstattet.

Auch andere Schulen und Sporthallen profitieren davon, dass die Stadt Fördermittel im Wesentlichen aus zwei Programmen bezieht: Aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“, mit dem das Land zu 100 Prozent die Verbesserung der kommunalen Schulinfrastruktur fördert, und aus einer Förderung nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFG), mit dem NRW die Investitionstätigkeit finanzschwacher Kommunen stärken will.

Mit Geld aus „Gute Schule 2020“ beispielsweise wird die Grundschule in Ütterlingsen noch in diesem Sommer für knapp 52.000 Euro einen neuen Anstrich für die Flure und Treppenhäuser erhalten.

Mehr Hygiene in den Duschräumen

Aus demselben Fördertopf finanziert Werdohl die Umgestaltung des Schulhofes der St. Michael-Grundschule. Kostenpunkt: rund 50.000 Euro. Ebenfalls aus dem Schul-Förderprogramm wird die Erneuerung der Duschbereiche in den Sporthallen Köstersberg, Kleinhammer und Riesei bezahlt. Dort sollen für einen sechsstelligen Betrag Kupfer- gegen PVC-Leitungen ausgetauscht und Duschpaneele aus Edelstahl eingebaut werden, die gegenüber den vorhandenen Armaturen hygienische Vorteile bieten sollen, wie Peter Guido Grau erklärt: „Die Paneele verfügen über eine automatische Bakterien- und Legionellenspülung.“

Mittel, die nach den Richtlinien des KInvFG fließen, wird Werdohl in diesem Jahr einsetzen, um die Sporthalle Königsburg wieder in Schuss zu bringen. Dort sollen ein Wärmedämmverbundsystem angebracht, Dach und Fenster erneuert und in den Dusch- und Umkleideräumen die Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgestellt werden. 270.000 Euro stehen dafür im Investitionsplan. Selbst bezahlen muss Werdohl davon nur zehn Prozent.

Genauso sieht die Verteilung der Kostenübernahme für die Arbeiten an der Sporthalle Riesei aus. Dort sollen für rund 175.000 Euro Fenster und Windfänge der Zuschauereingänge, die Fenster zur Parkplatz-Seite, Fluchttüren und eine Sportler-Eingangstür erneuert werden.

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