Renaturierung der Verse: Beispiel für andere Städte

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Vertreter von Kreis, Regionale, Stadt und den Anglern kamen an due Verse ▪

WERDOHL ▪ Einen perfekteren Tag zur Präsentation der neuen Verse-Sohlgleite hätte es für Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper wohl kaum geben können: „Ich freue mich, am Tag des Wassers ein solches Paradebeispiel für Gewässer-Renaturierung präsentieren zu können.“

Neben der Kreisdirektorin waren gestern auch Bürgermeister Siegfried Griebsch, Regionale-Projektmanagerin Dr. Margit Prohaska-Hoch, Vertreter der Unteren Wasserbehörde des Kreises, der Stadt, sowie des Fischereivereins nach Henneckenhammer gekommen. Die Maßnahme ist ein Modul des Regionale-Projektes „ein Kreis packt aus“.

Unterhalb der Firma Menshen ist keine Spur mehr von Beton und Technik. Wo einst ein zwei Meter hohes Wehr umringt von meterhohen Betonwänden stand, gibt es nun Natur pur. Ziel war es, die Durchgängigkeit der Verse wieder herzustellen. Dies sei für die Fische wichtig, die beim Laichen gegen den Strom schwimmen.

Um ein durchgängiges Biotop zu schaffen, waren umfangreiche Arbeiten erforderlich. Insgesamt mussten 2,80 Meter Höhe überwunden werden und zwar so, dass die Verse auch bei Hochwasser möglichst sicher in ihrem Bett bleibt. Auch muss in so einem Fall die Energie des Wassers gebündelt werden. Dies wird durch Störsteine geregelt. Die kleinen Felsen wurden im Flussbett verteilt. Ebenso musste auch an niedrige Wasserstände gedacht werden. Damit die Fische auch bei Trockenheit eine Wasserrinne finden, wurde extra eine Flussrinne installiert.

130 000 Euro kostete die Renaturierungsmaßnahme. 80 Prozent der Kosten trägt das Land.

„Da ist Werdohl ein großer Wurf gelungen“, lobte die Kreisdirektorin. Es sei nicht selbstverständlich, dass Städte in Zeiten knapper Kassen so etwas in Angriff nehmen würden.

Für Werdohl sei die Renaturierung sowohl ökologisch als auch ästhetisch eine Aufwertung. Sieben solcher Staustufen gibt es noch in Werdohl. „Wir nehmen dieses Projekt sehr ernst", erklärte Griebsch. Das Projekt sei wichtig, denn die Stadt lebe von Lenne und Verse, für den Tourismus seien diese von Bedeutung. Daher ist auch schon das nächste Projekt geplant: So beschloss der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vor kurzem ein Gelände in Versevörde zu kaufen, um dort ein Trittsteinbiotop zu errichten.

Dr. Prohaska-Hoch appellierte an die anderen Regionale-Städte, sich ein Beispiel an Werdohl zu nehmen: „Viele Städte am Wasser kehren ihren Flüssen den Rücken zu. Dabei bietet gerade das Wasser so viele Möglichkeiten, wie hier zu sehen ist.“

Lydia Machelett

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