Pferde und Ponys geben Patienten unglaublich viel

Nicole Müller-Westernacher ist die Vorsitzende des Fördervereins. Kirsten Reppel-Böhmer arbeitet als Ergotherapeutin.

LANGENHOLTHAUSEN ▪ Ruby strahlt trotz ihrer ungewöhnlichen Größe eine Ruhe aus, die ihresgleichen sucht. „Viele standen erst erschrocken vor diesem großen Pferd, bauten dann aber ganz schnell eine Beziehung dazu auf“, erzählt Reittherapeutin Kirsten Reppel-Böhmer auf dem Hof Müller an der Iserlohner Straße 3 in Langenholthausen.

„Ruby ist eines unserer Therapiepferde. Sie lässt die Menschen ganz nahe an sich heran kommen.“ Diese Stute, ein 14-jähriger Oldenburger, und neun weitere Huftiere sowie Ponys gehören dem Förderverein Reiten für Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung LA, der von Nicole Müller-Westernacher gegründet wurde. Sie ist die Vorsitzende des neuen Vereins.

Kirsten Reppel-Böhmer, ausgebildete Ergotherapeutin und Reitlehrerin mit Berufserfahrung in einer Ergo-Praxis und einer Psychiatrie, ist für die Therapie der zweibeinigen Patienten zuständig: „Die Pferde sind dabei Kollegen, keine Gebrauchsgegenstände.“

Die Vierbeiner verschiedener Größe seien in der Lage, Patienten mit Wahrnehmungsstörungen, Gleichgewichtsproblemen, Autismus, Asperger-Syndrom, Trisomie-21, MS, Parkinson, ADHS, Depressionen und auch Angststörungen, dabei zu helfen Vertrauen aufzubauen. „Durch den Kontakt mit den Pferden können sie Berührung zulassen und vermitteln ganz individuelle Erfolgserlebnisse“, berichten die Frauen und erzählen weiter: „Die Patienten sitzen strahlend auf dem Rücken von Ruby, die sich ganz auf den ihr anvertrauten Menschen einlässt.“ Geritten und therapiert wird in der Reithalle, der Koppel sowie auf den Weideflächen.

Seit zwei Jahren werde therapeutisches Reiten auf dem Hof Müller angeboten. Ein familiäres Ereignis habe dafür gesorgt, die Liebe zu den Pferden nicht nur als Hobby zu betreiben, sondern als Therapie zu betreiben. Begeistert davon war Kirsten Reppel-Böhmer, unter deren Leitung 30 Patienten im Alter von zwei bis 78 Jahren und auch 25 Reitschüler nun Erfolge erleben dürfen.

Nachdem das Geschehen bisher in privater Hand lag, entschied Kirsten Reppel-Böhmer gemeinsam mit Nicole Müller-Westernacher, dem Ganzen eine Vereinsstruktur zu geben. Müller-Westernacher: „Wir erhoffen uns finanzielle Unterstützung auch in Form von Patenschaften, um Patienten zu unterstützen.“

In den Therapiestunden von 30 bis 60 Minuten sei eine Harmonie zwischen Mensch und Tier sichtbar, die unbeschreiblich sei: „Die Pferde und Ponys geben unglaublich viel.“ Drei Jahre dauert die Ausbildung der Tiere zu Therapiezwecken. Viel Beziehungsarbeit sei dafür erforderlich.

Doch in jeder Therapiestunde zeige sich erneut: „Das Medium Pferd kann viel bewirken“, betonen die engagierten Frauen. Und um finanziell schwächer gestellten Patienten die Therapie ebenfalls ermöglichen zu können, möchte der Förderverein, der in diesem Monat ins Langenholthausener Vereinsforum aufgenommen wurde, um Unterstützung bitten. Die Patienten kämen aus Balve, Neuenrade, Sundern, Arnsberg und Voßwinkel.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite http://www.foerderverein-reiten-balve.de.

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